"Micro Machines V4" Kleine Maschinen, großer Spaß


Ein Klassiker kehrt zurück: Wie erwartet erweist sich auch die Fortsetzung der "Mirco Machines"-Reihe im Einzelspiele-Modus als überschaubar unterhaltsam. Doch wenn sich Freunde gemeinsam messen, sind Spaß (und Kleinkrieg) vorprogrammiert.

"Micro Machines" ist das etwas andere Rennspiel. Das beginnt schon mit der Ansicht. Die Mini-Autos werden in der Draufsicht von oben gesteuert, was auch unabdingbar ist. Viel zu schnell bewegen sich die bunten Flitzer durch die verwinkelten Strecken, die wie immer der eigentliche Spaßbringer sind. Rund 50 Pisten können bewältigt werden, und wie schon in den Vorgängern nahmen sich die Programmierer ihre Vorbilder im Alltag. So rauscht man also durch einen Hühnerstall, auf dem Dachboden, durch ein Kinderzimmer, am Strand entlang, durch eine Küche oder auf einer Baustelle herum. Abwechslung pur, zumal im Vergleich zu den Vorgängerspielen die Zahl der beweglichen und damit unberechenbaren Hindernisse deutlich zugenommen hat.

Für den Solo-Spieler steht eine Art Karriere-Modus im Mittelpunkt, in dem es darum geht, sich unterschiedlichen Herausforderungen zu stellen - direkten Duellen gegen den Computer ebenso wie Checkpoint-Rennen -, um Schritt für Schritt neue Fahrzeuge (insgesamt 750 gibt es) und Strecken freizuschalten. Echte Chancen hat nur derjenige, der die Streckenverläufe beherrscht. Doch die prägen sich schnell ein. Aber mehr als eine Art Trainingseinheit kann das nicht sein. Seinen tatsächlichen Spielspaß kann "Mirco Machines V4" nur im Multiplayer-Modus entfalten, der an den PS2 bis zur vier Fahrern ihre Mitwirkung ermöglicht.

Obwohl es mehrere Varianten des Duells gibt, werden sich Fans der Serie zunächst am Klassiker versuchen. Hier verliert derjenige einen Punkt, der als Erster zu weit zurück- und damit quasi aus dem Bild herausfällt. Gut möglich also, dass bei einem fulminanten Start so ein Duell gerade mal eine Sekunde dauert. Dazu gibt es natürlich auch hier Checkpoint-Rennen ebenso wie gewöhnliche Vergleiche über mehrere Runden.

Im Mittelpunkt steht auch diesmal die Nutzung der Power-Ups, die nur ein Ziel verfolgen: die möglichst spektakuläre Vernichtung des gegnerischen Fahrzeugs. Putzige Flammenwerfer, niedliche Lenkraketen, gar herzige Plasma-Kanonen und - natürlich auch diesmal - der Hammer, der plötzlich auf dem Dach des eigenen Autos erscheint und den Kontrahenten in Millisekundenschnelle bei einem gezielten Schlag zu Staub zerfallen lässt - insgesamt zwölf verschiedene Goodies liegen auf den Strecken herum. Ergänzend können Power-Ups aufgesammelt werden, die der eigenen angeschlagenen Gesundheit (es gibt ein bescheidenes Schadensmodell) helfen.

Den Machern ist es auch in der Fortsetzung gelungen, den verspielt-charmanten Charakter des Klassikers zu erhalten, indem sie ihn nicht mit zu viel Firlefanz überfrachtet haben. "Micro Machines" spielt sich auch weiterhin sehr eingängig, die Steuerung fällt jedem leicht. Selbst unerfahrene Rennspieler werden's zügig intus haben. Im Solo-Modus indes, wenn es in drei Schwierigkeitsgraden gegen den Computer geht, ist schon ein gehöriges Maß an Fingerfertigkeit und Reaktionsvermögen gefragt. Die KI der Gegner kennt wenig Fehler, sodass beste Streckenkenntnisse notwendig sind, um zu punkten.

Micro Machines V4

Hersteller/Vertrieb

Supersonic Software/Codemasters

Genre

Rennspiel

Plattform

PlayStation2, PC, Nintendo DS, PSP

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Grafisch sollten freilich keine Wunderwerke erwartet werden. "Micro Machines", das schon für rund 40 Euro zu haben ist, ist zwar inhaltlich abwechslungsreich, aber eben nicht sehr detailliert. Von besonderen Bedeutung ist das jedoch bei einem Spiel, das von seiner Einfachheit lebt, sowieso nicht. Hauptsache Spaß. Und der ist garantiert. Kleines Schmankerl am Rande: Einige Male ist gar die Musik aus dem Vorgängerspiel zu hören. Nostalgische Gefühle sind da garantiert.

Nick Petersen/Teleschau TELESCHAU

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