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"Fuel": Es kommt nicht immer auf die Größe an

Rekordverdächtig groß, aber auch entsprechend gut? Zumindest so viel vorweg: Das Rennspiel "Fuel" von Codemasters setzt Maßstäbe ...

Es ist - mit dem offiziellen Segen von Guinness World Records - der größte virtuelle Spielplatz, auf dem sich Videogamer jemals austoben durften. Rund 14.400 Quadratkilometer umfasst das Gebiet im Rennspiel "Fuel" von Codemasters. Genügend Freifläche also, um das Saarland fünfmal darin unterzubekommen. Noch beeindruckender jedoch ist, dass alles frei befahrbar ist. Ohne Ladepausen. Ohne den Zwang, auf dem über 160.000 Kilometer langen Straßen- und Wegnetz bleiben zu müssen. Im Gegenteil: Um in den ebenso fordernden wie halsbrecherischen Rennen überhaupt Land sehen zu können, hilft oft nur die Abkürzung querfeldein.

Der Weg zum Triumph führt den Spieler in "Mad Max"-Manier durch eine katastrophale Öko-Hintergrundgeschichte und postapokalyptisches US-Ödland, in dem sich die letzten PS-Junkies nach Herzenslust austoben. Dichte Wälder, ausgedörrte Wüsten, verlassene Urlaubsorte, schneebedeckte Berggipfel - jedes Terrain findet sich an irgendeiner Stelle der riesigen Welt von "Fuel" wieder. Wie riesig diese ist, zeigt ein anderes Beispiel: Eine Vollgas-Durchquerung der insgesamt 19 Bezirke mit Bike oder Buggy ohne Pinkelpause und Totalschaden dauert gut und gerne drei bis vier Stunden!

Etwas kürzer, aber für Genre-Verhältnisse erschreckend lang: Für so manches ermüdende Marathon-Rennen im späteren Spielverlauf sollte man eine gute halbe Stunde einplanen, ehe man nach einer holprigen Fahrt über Stock und Stein die Ziellinie zu Gesicht bekommt. Blöd nur, wenn man dabei am Ende noch einen Fehler macht und den Sieg vergibt. Die Folge: Neustart. Und Frust. Jede Menge Frust.

Fluch und Segen zugleich

Die schiere Größe von "Fuel" ist - das wird schnell klar - Fluch und Segen zugleich für das neue Spiel der "Race Driver: Grid"- und "Colin McRae: Dirt"-Macher. Einerseits ist es einen Heidenspaß, ohne Einschränkungen auf eine Offroad-Erkundungstour zu gehen. Andererseits fühlt man sich hier trotz einblendbarem Richtungsweiser schnell verloren. Vor allem bei Rennveranstaltungen, bei denen es nur einen Start- und ein Ziel-Punkt gibt - und der Weg dorthin mitunter zur Odyssee durch die Ödnis wird.

Rund 70 Vehikel lassen sich in "Fuel" nach und nach kaufen oder freischalten - Monstertrucks und Luftkissenboote inklusive. Die gebotenen Veranstaltungen- von Checkpointrennen bis hin zu Duellen mit einem Helikopter - sind ähnlich abwechslungsreich, hinzu kommen dynamische Umwelteinflüsse wie Schnee, Regen und Wirbelstürme sowie ein steter Tag- und Nachtwechsel, die von der leistungsstarken Engine bis auf kleinere Patzer ansehnlich in Szene gesetzt wurden. Dennoch wirkt die Welt von "Fuel" etwas unbelebt und eintönig.

Komfortabel: Einmal entdeckte Heli-Landeplattformen lassen sich jederzeit über eine stufenlos zoombare Übersichtskarte wieder auswählen, um große Distanzen innerhalb einer moderaten Ladezeit zu überwinden. Auch sämtliche Rennen und Startpunkte sind auf der Map verzeichnet.

Fuel

Hersteller/Vertrieb

Asobo Studios / Codemasters

Genre

Rennspiel

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Mag "Fuel" im Solo-Modus noch darunter leiden, dass ausgerechnet die Rennen gegen den Computer etwas öde und einsam sind, zeigt sich online der wahre Kern des Spiels. Dann nämlich rasen bis zu 16 Teilnehmer durch die Endzeit und verpassen dem Game einen ordentlichen Vorwärtsschub!

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU
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