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"Quake 4": Das große Beben bleibt aus

Quake 4 ab 16 Jahren? Geht das überhaupt? Ja, wenn Activision potenziell anstößige Szenen herausschneidet, das Blut deaktiviert und den Gewaltfaktor auf ein USK-kompatibles Maß herunterfährt. Macht es dennoch Spaß? Bedingt - und das auch nur im Single-Player-Modus.

Im Vorfeld wurde um "Quake 4" fast so viel Wind gemacht wie um "Doom 3". Hauptgrund für diesen Hype ist natürlich die verwendete 3-D-Engine. Während die Grafikpracht in "Doom 3" allerdings weitestgehend der Dunkelheit zum Opfer fiel, überzeugt die "Quake 4"-Optik auf ganzer Linie. Interessanterweise handelt es sich bei "Quake 4" um eine Auftragsarbeit. Nicht id Software, sondern die ebenfalls nicht unbekannte Spieleschmiede Raven Software ist für den vierten Teil der Reihe verantwortlich. Und dass dieses Unternehmen unter anderem für die "Star Trek: Elite Force"-Games verantwortlich zeichnet, merkt der Spieler spätestens dann, wenn er ein riesiges Raumschiff erkunden muss ...

"Quake 4" knüpft inhaltlich fast nahtlos am zweiten (!) Teil der Serie an. Die Marines sind auf dem Heimatplaneten der Stroggs gelandet, haben deren Anführer um die Ecke gebracht und wollen nun dem Rest den Rest geben. Der Spieler schlüpft in die Rolle des GI-Grünschnabels Matthew Kane, der sich nach einer etwas verunglückten Landung rund 30 Missionen alleine durch die gegnerischen Reihen schlagen muss. Ab und an trifft er auf andere versprengte Soldaten, die sich ihm anschließen. Interessant: Erstmals sind auch Medics und Ingenieure dabei, sodass sich der Held auf dem kleinen Dienstweg heilen oder seine Panzerung auf Vordermann bringen lassen kann.

Segnet so ein CPU-gesteuerter Geselle das Zeitliche, ist das für gewöhnlich nicht weiter schlimm. Anders sieht die Sachen in jenen Missionen aus, in denen der Spieler mit KI-Kameraden zusammenarbeiten muss. Fällt ein Soldat im Kampf, ist das Game aus.

Da es sich bei "Quake 4" aber um einen Old-School-Shooter handelt, sind solche Situationen selten. Meist kann sich der User ohne Rücksicht auf Verluste in die teils anspruchsvollen Gefechte stürzen und sein Waffenarsenal an grandios designten Alien-Gegnern ausprobieren. Wie im Vorgänger beginnt der Spieler seine Ballerkarriere auch hier zunächst mit einer Pistole, kurze Zeit später darf er Pump-Gun und Maschinengewehr sein Eigen nennen. Mit dabei ist aber auch futuristisches Kriegsgerät à la Nail-, Rail- und Lightninggun sowie Granatwerfer und die BFG-Variante Dark Matter Gun. Klasse: Die Schießprügel lassen sich upgraden, was vor allem der sehr langsam nachladenden Pump-Gun zugute kommt.

Die - abgesehen von der Grafikengine - einzige echte Neuerung: Der Protagonist ist nicht immer zu Fuß unterwegs. Ab und an muss der Spieler in einem Panzer oder Mech Platz nehmen, um im Stile von "Moorhuhn" jede Menge kreuzende Stroggs niederzumähen. Deren KI-Palette reicht von strohdoof bis superfies. Mal laufen die Aliens blind in das Sperrfeuer, mal suchen sie Deckung oder setzen gar zu Überraschungsangriffen an.

Quake 4

Hersteller/Vertrieb

id Software/Raven Software/Activision

Genre

Action

Plattform

PC, Xbox 360

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Der Multiplayer-Modus (Deathmatch, Team Deathmatch, Eins-gegen-Eins und zwei CTF-Varianten) unterscheidet sich in Sachen Gameplay kaum von "Quake III Arena". Bis zu 16 Spieler springen meterhoch durch die Lüfte, sammeln Waffen und Upgrades ein und gehen sich gegenseitig an den Kragen - teils sogar auf altbekannten Maps. Spaß macht's dennoch, da die Grafik überragend und der Hektikfaktor nach wie vor hoch ist. Das erwartete und erhoffte große Beben bleibt aber aus.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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