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"ScummVM": Die Retro-Maschine

Spiele-Nostalgiker aufgehorcht: Dank der OpenSource-Software "ScummVM" leben Games-Klassiker wie "Maniac Mansion" neu auf. Und das nicht nur am heimischen PC, sondern auch auf tragbaren Spielekonsolen oder PocketPCs. Zum Nulltarif.

Viele ältere Gamer erinnern sich gerne voller Nostalgie an die alten Adventures von LucasArts. Natürlich können sie rein optisch nicht ansatzweise mit modernen Spielen konkurrieren. Und doch faszinieren sie noch heute. Das Weniger an Grafik machten die Spieleentwickler der DOS- und EGA-Grafik-Frühzeit mit einem Mehr an Witz und Story wett. Die Geschichten der Spiele waren so spannend, dass niemand aufhören mochte, bevor nicht der verrückte Wissenschaftler aus "Maniac Mansion" endlich besiegt war oder die Piraten von "Monkey Island" über die Planke gegangen sind.

"ScummVM 0.8.2"

Hersteller:

ScummVM Team

Sprache:

Englisch

Läuft auf:


Pocket Windows 2003, Symbian UIQ, Symbian S60/S80

RAM-Bedarf:

3 MB auf SD-Karte

Revival auch auf den mobilen Spielekonsolen

Die alten Spiele laufen zum Ärger vieler Fans auf den meisten aktuellen Systemen nicht mehr. Die moderne Hardware unterstützt DOS-Spiele zumeist nicht. Doch die alten Disketten und CDs müssen keinesfalls bei eBay "entsorgt" werden. Ein ebenso pfiffiger wie kostenloser Spieleinterpreter namens "ScummVM" macht nämlich die Klassiker auch auf modernen Rechnern lauffähig. Auf PCs mit Windows, MacOS, BeOS, OS/2, Linux oder AmigaOS.

Der eigentliche Clou der Software: Dank des Interpreters kann man die Spiele auch auf eine mobile Systeme wie den PocketPC, das Symbian-Handy oder die PlayStation Portable daddeln. Hier erscheinen die Klassiker sogar modern und peppig. Kein Wunder: Auf dem kleinen Bildschirm der tragbaren Hosentaschencomputer schmelzen die Pixel wieder zu klaren Linien zusammen. Das einfache Point&Click-System des Abenteuers sorgt zusätzlich für spannenden Spielspaß, wenn man auf Achse ist. Klasse.

Was ist "SCUMM"?

"SCUMM" steht für "Script Creation Utility for Maniac Mansion". Es bezeichnet ein Spielesystem, das LucasArts vor zwei Jahrzehnten in fast allen Games eingesetzt hat, um seine Spiele auf den Bildschirm zu zaubern. "SCUMM" fügte Bilder, Musik, und Rätsel aus den Spieledateien zu einem Ganzen zusammen.

Die OpenSource-Software "ScummVM" öffnet die original Dateien der alten Spiele und konvertiert sie, so dass die Games auch auf mobilen Geräten ohne Probleme laufen. Zugleich wurde "ScummVM" so erweitert, dass es nicht nur die LucasArts-Klassiker verarbeitet, sondern auch Spiele der Konkurrenz konvertiert. So etwa die moderneren Kinder-Adventures "Freddi Fish", "Pyjama Sam" oder "Putt-Putt". Und auch Spiele wie "Gobliiins" oder "Simon the Sorcerer". Eine Besonderheit der Software ist, dass es "ScummVM" für jedes bekannte Betriebssystem gibt.

Auf die Speicherkarte geladen

"ScummVM" lässt sich etwa beim PocketPC einfach mit einem Kartenleser auf eine Speicherkarte kopieren und direkt von dort starten. Auch die Spieledateien finden auf der Speicherkarte Platz. Das ist wichtig, da die echten Oldtimer zwar auf wenigen Disketten ausgeliefert wurden, neuere Spiele aber meist eine ganze CD-ROM füllen. Das Programm erlaubt es, den Bildschirm um 90 Grad zu drehen, um den PocketPC-Bildschirm optimal zu nutzen. Die beliebten "Gehe-zu"- oder "Öffne"-Befehle lassen sich bequem mit dem Stylus erteilen.

Fazit

Viele Firmen adaptieren zurzeit mit großem Aufwand moderne PC-Spiele für die tragbaren Spiele-Computer. Diese Spiele muss der Spieler für teures Geld erstehen, zumeist werden solche Spiele zum Vollpreis von rund 50 Euro angeboten. "ScummVM" erlaubt es, die alten Schätze aus der Diskettenkiste neu zu entdecken und sie völlig kostenlos auf dem PocketPC, auf der PSP oder auf dem Handy zu spielen.

Download beim Hersteller: www.scummvm.sourceforge.net

Carsten Scheibe