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"Splinter Cell: Essentials": Auf der Lauer in der Hosentasche

Noch ehe Sam Fisher in "Double Agent" zu seinem vierten PC- und Konsoleneinsatz aufbricht, gibt er sein exklusives PSP-Debüt. Mit Ruhm bekleckert er sich dabei allerdings nicht ...

Er ist smarter als James Bond, härter als Jack Bauer und leiser als Solid Snake. Seit seinem ersten Auftritt in "Splinter Cell" führt NSA-Agent Sam Fisher das Stealth-Action-Genre unangefochten an und schleicht sich so von Erfolg zu Erfolg. Rechtzeitig vor der Veröffentlichtung seines neuesten PC- und Konsolenauftrags "Splinter Cell: Double Agent", versucht Hersteller Ubisoft mit "Splinter Cell: Essentials" auch die PSP zu erobern. Kein leichtes Unterfangen, kämpfen die meisten Action-Titel doch arg mit der leidlichen Übersicht.

Strategisch geschickt wird in dem Spiel nicht nur ein Blick auf Sams "Jugendjahre" als Navy Seal geworfen, sondern in gut gemachten Rückblenden die Vorgeschichte zu "Double Agent" erzählt, das im September für nahezu alle Systeme auf den Markt kommen soll. Eingebettet in diese Comic-artigen Sequenzen sind die eigentlichen Missionen des Agenten - und die haben es in sich.

Schleich-Neulinge werden ihre Mühe haben, aufgrund der fummeligen Steuerung nicht von einem Alarm in den nächsten zu tappen und in schöner Regelmäßigkeit erschossen zu werden. Besonders die frei bewegliche Kamera ist unglücklich gelöst worden. Da während der Feineinstellung der Analogstick der PSP benutzt wird, mit dem sich Sam auch bewegen lässt, bleibt der Agent bei jeder Justierung regungslos stehen. Spätestens bei der ersten Flucht durch die verwinkelten Level heißt es deshalb Tod durch Terrorist.

Als Ausgleich darf dafür jederzeit gespeichert werden - auch mitten in der Mission. Nach dem dritten Exitus ruft Ubisofts Ankündigung "beonders schneller Ladezeiten" aber nur noch ein ironisches Lächeln hervor. Hat man sich an die schlechte Kameraführung gewöhnt und geht deshalb noch ein Stück vorsichtiger zu Werke, stellt sich schnell der vom großen Konsolenbruder gewohnte Adrenalinschub ein. Nur ein größerer Bildschirm wäre an einigen Stellen wünschenswert. Oft sind gerade weiter entfernte Gegner nicht auf den ersten Blick erkennbar, was besonders mit eingeschaltetem Grobkorn-Nachtsichtmodus zu mehr als einer tödlichen Auseinandersetzung führt.

Splinter Cell: Essentials

Hersteller/Vertrieb

Ubisoft/Ubisoft

Genre

Action-Adventure

Plattform

PSP

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Fortgeschrittene, frustresistente und leidgeprüfte Spieler lassen sich aber auch davon nicht abschrecken und können sich auf gut aufgebaute und für ein PSP-Game erstaunlich lange Missionen freuen, die Nerven und Geduld auf eine harte Probe stellen werden. "Essentials" ist jedoch kein Titel für zwischendurch - und auch nicht der große Wurf, den manch einer erwartet hatte.

Sebastian Geiger/Teleschau / TELESCHAU