"Trapt" Wenig verlockende Falle


Speergruben, Fallbeile, Sprengsätze - in "Trapt" dürfen PS2-Spieler nach Herzenslust tödliche Fallen legen. Klingt spaßig, wird aber bereits nach kurzer Zeit öde.

Richtig gelesen, "Trapt", Tecmos neuestes Abenteuer für die PS2, spielt in Deutschland. Aber wie in Japan üblich haben Umgebung und Charaktere nicht den geringsten Wiedererkennungswert für heimische Spieler. Dafür sorgen pseudodeutsche Namen und das mehr als außergewöhnliche Outfit der Heldin (Ist es eine Zofe? Eine Krankenschwester? Oder eine Domina?) für reichlich unfreiwillige Komik.

"Trapt" wirft ein neues Licht auf ein bekanntes Genre. In gewohnter Survival-Horror-Manier steuert der Spieler die Prinzessin durch das düstere Anwesen. Allerdings muss man nicht um das holde Mädel bangen. Allura kann zwar nicht kämpfen. Dafür steht in jedem Raum ein ganzes Arsenal an brüchigen Obelisken, messerscharfen Pendeln, Folterwerkzeugen und Stolperfallen bereit, die den doof agierenden Häschern der Prinzessin den Garaus machen können. Zusätzlich darf Allura pro Raum noch bis zu drei weitere Fallen aus dem eigenen Arsenal anbringen. Sie selbst dient dabei als Köder.

Ziel ist es, möglichst spektakuläre Combos aus den eigenen Fallen und dem düsteren Gemäuer aufzubauen. Für besonders tödliche Fallen gibt es Erfahrungspunkte und Geld, das wiederum in neue Todbringer investiert werden kann - oder in Schlüssel, die neue Räume freischalten. Besonders gemeine Kombos ergeben sich, wenn Allura es schafft, eine der so genannten Schattenillusionen zu aktivieren. Diese garantiert tödlichen Fallen zerlegen die Feindschar gleich auf so interessante Weise, dass die Macher ihnen ihre eigenen Animationssequenzen spendiert haben. Begleitet von schaurig-schöner Musik, werden die Gegner in Wanduhren gezogen oder von riesigen Dämonenschädeln aufgefressen, was dem Spieler mehr als einmal ein gehässiges Grinsen entlockt.

Trapt

Hersteller/Vertrieb

Tecmo/Take2

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

PlayStation2

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Fans von "Dungeon Keeper" und Co. können sich freuen. Mit "Trapt" bringt Take2 ein Spiel auf den Markt, in dem sich geneigte PS2-Zocker von ihrer fiesesten Seite zeigen dürfen. Allerdings ist der Titel trotz seiner spaßigen Grundidee alles andere als ein Pflichtkauf. Auf Dauer nerven der ewig gleiche Ablauf und die theatralischen Sterbeszenen der Gegner gewaltig. Hinzu kommt eine öde Grafik, die allenfalls spektakulär flimmert, und eine zähe Kamerasteuerung, die sich als ärgster Feind erweist. Schade drum. Das Prinzip ist gut, die Ausführung mau.

Sebastian Geiger/Teleschau TELESCHAU

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