"Wanted - Weapons Of Fate" Zum Kugeln!


"Wanted - Weapons Of Fate" spinnt die Geschichte des Hollywood-Blockbusters fort und setzt auf dasselbe Erfolgsrezept: Ein Minimum an Handlung tritt auf ein Maximum an Effekthascherei.

Bei "Wanted - Weapons of Fate" verzichtete der Filmriese Warner auf den Umweg, die Lizenz für das Actionspektakel mit Angelina Jolie, James McAvoy und Morgan Freeman in den Hauptrollen an ein Softwareunternehmen zu verkaufen. Vielmehr etablierte man mit Warner Interactive seine eigene Haus- und Hof-Spielschmiede.

Das Spiel spinnt die Geschichte des Films, in der ein uralter Assassinenbund den Weisungen des Webstuhls des Schicksals folgte, einfach fort. Man schlüpft in die Rolle des Anti-Helden Wesley Gibson, der diesmal dem Killer seiner Mutter auf der Spur ist. In gelegentlichen Rückblenden übernehmen PC-, Xbox-360- und PS3-Spieler zudem die Kontrolle über Wesleys Vater Cross, der im Film erst von Wesley zur Strecke gebracht, dann gerächt wurde ...

Das Rezept des Shooters gleicht dem des Blockbusters: Ein Minimum an Handlung tritt auf ein Maximum an Effekthascherei. Denn die meiste Zeit über gleicht "Wanted" einer virtuellen Schießbude. In streng linearen Level eilt Wesley von Deckung zu Deckung und erledigt seine Gegner mit immer kurioseren Kunstschüssen.

Erstaunlicherweise geht dieses Oldschool-Konzept auf. Zum einen dank der gelungenen Inszenierung von Animationen, Licht, Schatten, Explosionen und Wetter. Zum anderen, weil das minimalistische Gameplay durch diverse Spezialfähigkeiten aufgepeppt wird, die der Spieler im Verlauf erlernt. Mit "Kurvenkugeln" lässt es sich prima um die Ecke schießen. "Kugelexplosion" ist ein trickreicher Ersatz für Handgranaten, der entsteht, indem zwei Kugeln gleichzeitig abgeschossen werden und in der Luft miteinander kollidieren. Und die "Assassinenzeit" ist ein klassischer Zeitlupeneffekt, mit dessen Hilfe Wesley ganze Heerscharen von Gegnern zielsicher aufs Korn nimmt.

Kniffligere Bossgegner sorgen für Akzente, da sie mehr strategischeres Vorgehen als die relativ unintelligenten Standardgegner verlangen. Und wer den Kampf in einem abstürzenden Flugzeug bestreitet, den dürfte es kaum auf dem Sitz halten ...

Wanted - Weapons Of Fate

Hersteller/Vertrieb

Grin/Warner Interactive

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Ob man angesichts der netten Grafik das auf Dauer arg monotone Gameplay jedoch in Kauf nehmen mag, ist - wie der Film - reine Geschmackssache. Immerhin: "Wanted" ist deutlich besser als der übliche Merchandising-Murks - wenngleich deutsche Käufer nur in den Genuss einer stark geschnittenen Fassung des Spiels kommen.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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