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Unfall am Set "Es war eine echte Kugel" – der tragische Tod des Brandon Lee

Brandon Lee im Film "The Crow"
Brandon Lee im Film "The Crow"
© DPA
Brandon Lee, der Sohn von Bruce Lee, starb 1993 bei den Dreharbeiten zu "The Crow". Er wurde von einer echten Kugel getroffen. Ein tragischer Unfall.

Dass der Film "The Crow" ("Die Krähe") fertig gestellt werden konnte, ist Trickfilmern zu verdanken. In einigen Schlussszenen der Comicverfilmung wurde das Gesicht des Schauspielers Brandon Lee nachträglich eingefügt. Ein Double drehte die Szenen für ihn zu Ende. Der makabre Grund: Lee war zuvor am Set durch einen tragischen Unfall mit einer Pistole ums Leben gekommen.

Am 31. März 1993 stab der erst 28-jährige Lee, Sohn des berühmten Kampfkünstlers und Schauspielers Bruce Lee durch eine Kugel. Der Unfall ereignete sich in einem Studio in North Carolina und sorgte für tiefe Bestürzung und Entsetzen. "Sterben für Hollywood" schrieb der "Spiegel", vom "mysteriösen Tod vor der Kamera" die "Süddeutsche Zeitung". Die "New York Times" wunderte sich: "Es war eine echte Kugel." Dass keine Platzpatrone, sondern ein echtes Kaliber Lee traf, löste wilde Spekulationen und Verschwörungstheorien aus.

Brandon Lee von echter Patrone getroffen

Was war passiert? In einer geplanten Szene des Films schoss Schauspieler Michael Massee auf Lee. In der dafür von der Requisite bereitgestellten Pistole befanden sich Platzpatronen. Jedoch waren für eine Sequenz, die zuvor gedreht wurde, echte Patronen verwendet worden. Ein Projektil hatte sich dabei unbemerkt im Lauf verklemmt. Beim Abfeuern der Platzpatrone löste es sich und traf Lee. Ein tragischer Unfall.

Trotz sofort eingeleiteter Rettungsmaßnahmen starb Brandon Lee zwölf Stunden später in einem Krankenhaus in North Carolina. Die Polizei nahm Ermittlungen auf. Da es sich jedoch um einen Unfall handelte, kam es zu keiner Anklage. Schauspielkollege Michael Massee machte sich dennoch schwere Vorwürfe. In einem Interview gab er an, Alpträume zu haben. Das Ereignis verfolgte ihn bis zu seinem Tod 2016.

"The Crow" wurde trotz des Unglücks weitergedreht und kam mehr als ein Jahr später in die Kinos. Brandon Lees Familie wünschte sich seinen letzten Film als dessen Vermächtnis und widmete ihn seiner Verlobten Eliza Hutton. Diese wollte Lee nur wenige Tage nach dem geplanten Ende der Dreharbeiten heiraten.

Dass derartige Unfälle immer wieder passieren können, beweist der neuste Unfall, in den Alec Baldwin verwickelt ist. Kamerafrau Halyna Hutchins starb bei Dreharbeiten durch eine Waffe, die Baldwin abfeuerte. Die genauen Todesumstände sind Gegenstand von Ermittlungen. Inzwischen hat sich die Schwester von Brandon Lee, Shannon Lee, zu dem tragischen Unfalltod von Hutchins geäußert und den Angehörigen ihr Beileid ausgesprochen. Sie fordert: "Niemand sollte jemals durch eine Waffe zu Tode kommen, die an einem Filmset abgefeuert wird."

mai

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