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Computerspiele: Die Sims: noch einmal mit Gefühl

Das erfolgreichste Spiel der Welt ist ins Netz gegangen. In "Die Sims Online" wird gelacht, geredet und sogar geliebt.

"Darf ich dich umarmen, bevor du gehst?", fragt Kahley und schaut ein wenig schüchtern. "Gerne", flüstert der Sim, der ihr gegenübersteht. Ein Klick, und dann nimmt auf dem Bildschirm eine Computerfigur die andere in den Arm. Das ist mehr als eine rührende Szene - hier geht es um echte Emotionen. Denn beide Sims werden von echten Menschen gesteuert, die irgendwo auf der Welt vor ihrem PC sitzen und "Die Sims Online" spielen - die gerade in Amerika erschienene Internetversion des erfolgreichsten Computerspiels überhaupt, "Die Sims".

Ziellos glücklich werden

Der Zweck des Spiels ist es, eine Familie glücklich zu machen. Eine Lebenssimulation. Die Online-Variante geht einen großen Schritt weiter: Dort treffen wirkliche Leben aufeinander. Menschen, die sich noch nie gesehen haben und wohl nie persönlich kennen lernen werden, schlüpfen in die Rolle eines Sims und wohnen im Spiel miteinander, lieben oder hassen sich. Und sie reden, reden, reden. "Die Sims Online" könnte sich in den nächsten Monaten zum größten Chatroom der Welt entwickeln. Und da die Sims mit allem, was sie tun, Lebensgeschichten schreiben, wird aus dem Spiel auch die erste weltumspannende Seifenoper. Und selbst wenn am virtuellen Frühstückstisch Sims sitzen, die im echten Leben Tausende Kilometer voneinander entfernt wohnen: Es spielt keine Rolle. Auch ein Ziel gibt es nicht bei den "Sims Online". Wer beliebt sein will, kann daran arbeiten, wer Geld haben möchte, strebt eben danach. Nur ein Manko gibt es - abgesehen von einer Monatsgebühr von zehn Dollar: Bislang sind "Die Sims Online" nur in Amerika erschienen, wer hierzulande dabei sein will, muss das Spiel importieren. Oder bis nächsten Sommer warten...

Sven Stillich
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