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Linux-Prozess: "Wo ist das Klonbaby?"

Linus Torvalds, der Kopf der weltweiten Linux-Bewegung, hat das Softwarehaus SCO aufgefordert, im Zusammenhang mit der Milliardenklage gegen IBM Beweise für eine Verletzung des Urheberrechtes vorzulegen.

Linus Torvalds, der Kopf der weltweiten Linux-Bewegung, hat das Softwarehaus SCO aufgefordert, im Zusammenhang mit der Milliardenklage gegen IBM Beweise für eine Verletzung des Urheberrechtes vorzulegen.

SCO verhalte sich wie die von der Sekte der Ufo-gläubigen Raelianer gegründete Firma Clonaid, die die Öffentlichkeit immer wieder vertröstet hätten, als Beweise für das angebliche Klonen eines Menschen verlangt wurden, erklärte er in einem Interview der Fachzeitschrift "CRN". "Lasst uns nachschauen, ob es ein (Klon)-Baby gibt oder nicht."

Milliardenklage gegen IBM

SCO hat den weltgrößten Softwarekonzern auf eine Milliarde Dollar Schadensersatz verklagt und die IBM-Programmierer beschuldigt, urheberrechtlich geschützten Programmcode von SCO in das freie Betriebssystem Linux eingeführt zu haben. Torvalds hatte als Student in Finnland 1991 Linux neu programmiert und führt seitdem die weltweite Programmierergemeinde an, die Linux ständig verbessert und erweitert.

SCO hatte 1995 von Novell die Rechte an dem Unix-Code erworben, der ursprünglich 1969 in den Bell Labs von AT&T geschrieben wurde. Für sein kommerzielles Unix "AIX" hat IBM das SCO-Unix lizenziert. Das Unternehmen aus dem US-Bundesstaat Utah wirft IBM nun vor, den durch den Lizenzvertrag geschützten Code auch in Linux-Projekten gebraucht zu haben. IBM hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar mit Linux-Produkten gemacht.

"Die klagen nur, weil sie es anders nicht können"

In dem per E-Mail geführten Interview schrieb Torvalds, er sehe in dem Linux-Code keine "smoking gun" (rauchendes Gewehr), also einen Schlüsselbeweis, der die Anschuldigungen von SCO stütze. "Ich habe nichts gesehen, was den Rückschluss nahe legen würde, dass IBM etwas Falsches gemacht hat. Solange ich also nicht das Gegenteil höre, gehe ich davon aus, dass wir es nur mit einem gewöhnlichen Fall zu tun haben, nämlich, wenn SCO es auf dem Markt nicht schafft, dann klagen sie und machen sich so ans große Geld ran."

DPA