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Medion Lifetab mit Kindermodus: Dieses Tablet können Sie an die Wand schmeißen

Haben Sie Skrupel dem Junior Ihr Tablet zu leihen? Das Medion Lifetab S 7322 wird von Aldi Nord als sturzfestes und auch sonst kindersicheres Tablet beworben. Der stern hat es ausprobiert.

Von Malte Mansholt

Dicker Gummirand und Kindermodus: Das Medion Lifetab S7322 zielt vor allem auf kleinere Kinder als Nutzer ab, kann aber noch mehr.

Dicker Gummirand und Kindermodus: Das Medion Lifetab S7322 zielt vor allem auf kleinere Kinder als Nutzer ab, kann aber noch mehr.

Es ist erst wenige Jahre her, dass Touchscreens sich als Eingabemethode durchsetzen konnten. Wer schon einmal einem kleinen Kind bei der Bedienung eines Tablets oder Smartphones zugesehen hat, weiß warum: Touchscreens funktionieren so intuitiv, dass jeder sie innerhalb kürzester Zeit bedienen kann. Schnell konnten sich Tablets daher bei vielen Privatnutzern als Computerersatz etablieren. Kein Wunder also, dass sie jetzt zur Weihnachtszeit bei vielen Kindern auf dem Wunschzettel landen. Aldi Nord bietet nun ab dem 22. Dezember für Kurzentschlossene ein Kinder-Tablet an. Der Preis: 99 Euro. Der stern hat ausprobiert, was es taugt.

Das sieben Zoll große Gerät mit der Bezeichnung Medion Lifetab S7322 fällt zuerst durch seine dicke, abnehmbare Gummi-Hülle auf. Die schützt das Gerät im Test zwar erfolgreich vor Sturzschäden, sorgt aber auch für ordentliches Zusatzgewicht: Das mit 311 Gramm ohnehin schon nicht besonders leichte Tablet ist mit der grellgrünen Hülle gefühlt doppelt so schwer. Dafür übersteht es aber auch Stürze aus Schulterhöhe ohne Macken - Sorgen um die Gesundheit des Tablets sind auch in Kinderhand unbegründet.

Gummihülle und Kindermodus

Als Kinder-Tablet qualifiziert sich das Lifetab aber nicht nur durch seine Fallresistenz. Das mit Googles Betriebssystem Android ausgestattete Tablet bietet außerdem einen besonderen Kindermodus, in dem die Nutzung von Apps und Internetseiten stark eingeschränkt ist. Um den Modus zu verlassen, ist die Eingabe eines PIN-Codes nötig, den die Eltern beim ersten Einrichten festlegen müssen. Ab Werk sind im Kindermodus lediglich einige Spiele und Mediaplayer für Kinder erlaubt, beim sechsjährigen Co-Tester kamen die vorinstallierten Apps gut an. Damit auf Dauer keine Langeweile entsteht, können andere Apps und der Internetbrowser bei Bedarf von den Eltern hinzugefügt werden. Im Browser sind zudem viele Seiten, wie pornografische Inhalte oder solche mit Gewaltdarstellungen, aber auch soziale Netzwerke gesperrt.

Leider funktionierten im Test nicht alle vorinstallierten Apps ohne Probleme. Gerade im Kindermodus stürzten einige Programme immer wieder ab. Zusätzlich freigegebene Apps hatten zum Teil Probleme, da sie auf eine Internetverbindung angewiesen sind, diese im Kindermodus aber nicht nutzen dürfen. Die meisten Apps funktionierten aber. Auch die Sperre zum Verlassen des eingeschränkten Bereiches war zuverlässig.

Außerhalb des Kindermodus ist das Tablet ganz normal nutzbar - sämtliche Sperren entfallen hier. Eltern können das Tablet also auch für sich selbst kaufen und es nur bei Bedarf Kindersicher machen.

Ohne Schutzhülle geht das Tablet auch als Bürogerät durch.

Ohne Schutzhülle geht das Tablet auch als Bürogerät durch.

Ordentliche Verarbeitung und Technik

Designpreise gewinnt das Lifetab nicht, auch ohne Hülle ist das Tablet keine Schönheit. Die Verarbeitung ist an sich aber ordentlich, typische Macken wie Lichthöfe oder Spaltmaße sind keine zu erkennen. Als einziges größeres Designmanko fällt die Platzierung des Power-Buttons auf: Der ist in der Portrait-Ansicht auf der linken Seite platziert. Im Landschafts-Modus erkennen viele Apps diese Seite als Unterkante. Liegt das Tablet dann auf dieser Kante auf, schaltet es sich gelegentlich aus. Gerade Kinder werden es durch das hohe Gewicht aber auf die Kante legen müssen.

Technisch ist das Tablet für seinen Preis angemessen ausgestattet, aber auch nicht mehr. Der Prozessor reicht für die mitgelieferten Spiele aus, auch surfen oder E-Mail schafft er - von der rasanten Bedienung der aktuellen iPads ist es aber weit entfernt. Für intensivere Nutzung, etwa bei grafisch aufwändigeren Spielen, oder für die Bearbeitung größerer Tabellen ist der Prozessor nicht geeignet - es kommt zu deutlich bemerkbaren Rucklern. Der Speicher fällt mit 8 Gigabyte etwas mager aus, ist aber per Speicherkarte um bis zu 128 Gigabyte erweiterbar.

Schwacher Akku, mässiges Display und katastrophale Kamera

Gespart hat Medion allerdings beim Akku. Während andere Tablets auf über 10 Stunden Benutzungszeit kommen, ist beim Lifetab bereits nach 2-3 Stunden Schluss. Auch im unbenutzten Standby hält das Gerät deutlich kürzer durch, als die teurere Konkurrenz. Schade, denn als Unterhaltungssystem etwa für längere Reisen fällt es so aus.

Auch dem Display selbst merkt man den Sparzwang an. Wer hochaufgelöste Bildschirme wie beim iPad gewöhnt ist, bemerkt schnell die sichtbaren Pixel. Bedenkt man die Zielgruppe und den Preis, ist das Display aber in Ordnung. Ein Totalausfall sind dagegen die Kameras des Lifetab: Sowohl Front- als auch Rückkamera sind noch nicht einmal für Schnappschüsse zu gebrauchen: Verwackelt, unscharf und mit verfälschten Farben sind die Bilder nicht einmal für ein Kinder-Tablet akzeptabel.

Fazit

Das Medion Lifetab S7322 ist eine günstige Möglichkeit, gerade jüngere Kinder mit einem Tablet zu beschenken. Der Kinder-Modus funktioniert im Großen und Ganzen recht zuverlässig, das Gerät ist robust und die Technik dem Preis durchaus angemessen. Auch die Möglichkeit, das Tablet selbst zu nutzen und die Kindersicherung nur optional hinzuzuschalten ist für viele sicher attraktiv. Als Mankos bleiben das gerade für Kinder doch sehr hohe Gewicht, die lausigen Kameras und die eher bescheidene Akkulaufzeit. Auch wer auf Zukunftssicherheit Wert legt, sollte sich eher bei der etwas teureren Konkurrenz umschauen. Eine umfangreiche Empfehlung aktueller Tablets finden Sie hier.

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