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Posse um Gratis-Update: Ach, Microsoft: Verschenk Windows 10 doch einfach!

Wer bekommt Windows 10 denn nun gratis - und wer muss zahlen? In den letzten Tagen blamierte sich Microsoft mit verwirrenden Aussagen. Eine klare Lösung muss her, und die sollte lauten: Verschenkt Windows 10 doch einfach an alle!

Ein Kommentar von Christoph Fröhlich

Bislang schien bei Windows 10 alles klar zu sein: Nutzer von Windows 7 oder 8.1 bekommen das neue Betriebssystem umsonst, alle anderen (Vista, XP und älter) müssen zahlen. Oder etwa doch nicht? Seit dem Wochenende keimt die Diskussion um Windows 10 wieder auf, viele Nutzer sind verunsichert - und schuld daran ist Microsoft. Knapp einen Monat vor dem wohl wichtigsten Start der Firmengeschichte veröffentlichte der Konzern einen Blogeintrag, der mehr Chaos anrichtete, als für Klarheit sorgte.

Microsoft verwirrt die Nutzer

In dem Beitrag suggerierte Microsoft, dass alle Nutzer der Vorschau-Version von Windows 10 (das sogenannte Windows 10 Insider Programm) auch das endgültige Betriebssystem kostenlos erhalten. Auf Nachfrage bestätigte Gabriel Aul, Leiter des Windows Insider Programms, diese Vermutung. Eine sensationelle Meldung, die den Weg in viele Blogs und Webseiten fand. Schnäppchenfüchse witterten ihre Chance, ihr uraltes XP kostenlos gegen ein frisches Windows 10 auszutauschen. Und auch Raubkopierer hätten ihre Software reinwaschen können.

Doch dann ruderte Microsoft eilig zurück und bearbeitete die entscheidenden Passagen in dem Blogbeitrag. Jetzt hieß es, dass man als Windows Insider selbstverständlich eine legale Version von Windows 10 bekommt - dennoch muss man eine legale Lizenz von Windows 7 oder Windows 8.1 besitzen. Via Twitter räumten Microsoft-Mitarbeiter noch einige Unklarheiten aus, auch der Blogeintrag wurde ein weiteres Mal bearbeitet. Genützt hat es nichts: Das Kind war in den Brunnen gefallen, die Verwirrung perfekt.

Macht Windows 10 kostenlos!

Der jüngste Blogeintrag verdeutlicht beispiellos Microsofts aktuelle Kommunikationsmisere. Mit Windows 10 hat der Konzern eigentlich ein richtig heißes Eisen im Feuer. Doch wenn die Firma ihren Nutzern wochenlang erklären muss, wer wann, unter welchen Umständen das Update kostenlos bekommt, wird die ganze Sache unnötig kompliziert.

Dabei ist die Lösung doch sehr naheliegend: Microsoft sollte Windows 10 einfach an alle Nutzer verschenken. Ohnehin besitzen 80 Prozent der Windows-User eine Version, die zum kostenlosen Upgrade berechtigt - also Windows 7, 8 und 8.1. Nur ein Fünftel der Computer läuft noch mit Windows XP oder Vista, und darunter sind vermutlich auch ein paar Ewiggestrige, die sowieso nicht updaten wollen oder können. Der finanzielle Schaden hält sich also in Grenzen.

Und die richtig großen Geldscheine verdient Microsoft längst nicht mehr mit Betriebssystemen. Unternehmenschef Satya Nadella setzt verstärkt auf Cloud Computing und die Office-Bürosoftware. Auch bei den Surface-Tablets und Lumia-Smartphones verzeichnete der Konzern zuletzt ein sattes Umsatzplus. Dank wachsender Verbreitung der Suchmaschine Bing stiegen auch die Werbeerlöse. Windows ist längst nur noch Mittel zum Zweck.

"Ich will, dass die Menschen Windows lieben", erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella bei der Windows-10-Präsentation im Januar. Doch mit so einer wirren Update-Politik wird das nichts.

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