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Illegal Office verkauft: Lizenzen aus dem Mülleimer: Wie ein Mann Microsoft um Millionen prellte

Jahrelang betrog ein Mann seinen Arbeitgeber, indem er Zehntausende Office-Lizenzen klaute und illegal im Internet verkaufte. Er verdiente Millionen - jetzt kam Microsoft ihm auf die Schliche.

Microsoft Office

Windows 10 kam vor knapp drei Monaten auf den Markt, für die meisten Nutzer ist die Software kostenlos. Für Microsoft war das ein Kulturbruch: Jahrzehntelang verdiente der Konzern prächtig an dem Betriebssystem, nun ist er auf andere Erlösquellen angewiesen. Eine der dicksten Cashcows ist nach wie vor die Bürosoftware Office. Das Dreigespann Word, Excel, Powerpoint ist trotz kostenloser Konkurrenz seit Jahren der Platzhirsch in Büros weltweit und erfreut sich auch bei Privatnutzern großer Beliebtheit. Die sind allerdings nicht immer bereit, mehr als 100 Euro für die Software zu bezahlen - und kaufen stattdessen illegale Seriennummern im Internet.  

Seit Jahren floriert im Netz der illegale Handel mit Office-Lizenzen. Mit den Codes ist es möglich, Raubkopien zu aktivieren und wie eine legal gekaufte Version zu nutzen. Doch woher stammen die Office-Seriennummern, die im Netz feilgeboten werden? Microsoft ist nun offenbar auf eine Quelle gestoßen: Dem US-Portal "Geekwire" zufolge soll ein Angestellter eines Recycling-Unternehmens seit Jahren Microsoft betrogen und Tausende Office-Lizenzen entwendet haben.

Millionen statt Müllhalde

Microsoft arbeitet seit 2009 mit dem Unternehmen Global Electronic Recycling zusammen. Das Unternehmen wurde beauftragt, nichtverkaufte Exemplare des Office-Pakets zu vernichten und die Rohstoffe wiederaufzubereiten. Doch statt die Seriennummern zu zerstören, hat ein Mitarbeiter in den vergangenen Jahren mehr als 70.000 Codes verkauft und mit ihnen Millionen verdient.

Microsoft zieht nun vor Gericht und fordert einen Schadensersatz für die entstandenen Urheberechtsverletzungen, die erst durch den Diebstahl bei Global Electronic Recycling ermöglicht wurden. Derzeit ist noch nicht klar, ob Microsoft nur gegen das Unternehmen oder auch gegen den Angestellten Klage einreicht.

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