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20 Stunden Verkehrschaos Aus von Adobe Flash zieht chinesischen Zugverkehr vom Stecker

Das Aus von Adobe-Flash legte das Betriebssystem einer chinesischen Bahngesellschaft lahm 
Das Aus von Adobe-Flash legte das Betriebssystem einer chinesischen Bahngesellschaft lahm 
© Picture Alliance
2017 kündigte Adobe an, seine Programmier-Plattform Flash zu Ende 2020 einzustellen. Einer Zuggesellschaft im chinesischen Dalian schien das allerdings entgangen zu sein. Sie ging deshalb für 20 Stunden unfreiwillig vom Netz.

Um die Jahrtausendwende sorgte die Programmier-Plattform Flash dafür, dass Webseiten durch die damit mögliche Integration von Multimedia-Inhalten nicht mehr so öde und statisch aussahen, wie sie es in den 90er-Jahren noch taten. Doch die Unterstützung sank in den letzten Jahren rasant, dazu machten Meldungen über Sicherheitslücken die Runde.

Somit verabschiedete sich Adobe zum 31. Dezember 2020 von seiner Plattform. Angekündigt wurde das bereits im Jahr 2017. Bis zum 12. Januar 2021 gab Adobe seinen Usern noch eine Schonfrist – einer Zuggesellschaft im chinesischen Dalian ist das dennoch entgangen.

Aus von Adobe Flash legt Zugverkehr lahm

Medienberichten zufolge legte das Aus von Adobe Flash in der nordchinesischen Stadt Dalian für rund 20 Stunden den Zugverkehr lahm. Der Bahngesellschaft Shenyang war offenbar entgangen, dass  Flash vom Stecker genommen wird. Ungünstig, dass sie weite Teile ihrer Betriebs-Software in Flash programmiert hatten und die Mitarbeiter auf einmal vor schwarzen Bildschirmen saßen.

Da sie keinen Zugriff mehr auf die Zug- und Rangierpläne hatte, musste die Gesellschaft den Zugverkehr kurzfristig auf Eis legen. Das sorgte für entsprechendes Chaos.

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Notlösung mit Sicherheitslücken

Bei der Lösung des Problems ging Shenyang durchaus pragmatisch vor, auch wenn die Alternative nicht von großer Dauer sein dürfte. Anstelle eines neuen Betriebssystems installierte die Bahngesellschaft kurzerhand eine gehackte Version des Flash-Players auf allen Rechnern, die das von Adobe festgelegte Einstellungsdatum ignoriert und deshalb trotzdem weiter läuft.

Hoffentlich bedenkt die Bahngesellschaft die Sicherheitslücken, die bei einer nicht offiziell unterstützten Plattform riesig sein dürften – sonst sind die Züge doch schneller wieder vom Netz als gewünscht.

Quellen: t3n, Computer Bild 

yak

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