PC-Pflege Frühjahrsputz für den Computer


Brötchenkrümel in der Tastatur, Fettflecken auf dem Monitor und Staubflusen im Lüfter? Das muss nicht sein, denn der Dreck kann die Leistung des Rechners beeinträchtigen. Sauberkeit auf dem PC ist keine Hexerei.
Von Till Wortmann

Deutschlands PC-Nutzer scheinen echte Ferkel sein: "Die Buchstaben vieler Tastaturen sind von Dreck und Hautfetten teilweise nicht mehr zu erkennen", berichtet Dirk Plähn, Inhaber der PC-Reinigungs-Firma EDV-Clean-System in Barsbüttel bei Hamburg. Eine schmutzige Tastatur ist nicht nur eklig, sondern gilt auch als Bazillenschleuder, die Krankheiten wie etwa Bindehautentzündung auslösen kann. Wer Hunde oder Katzen hält, ist vom PC-Schmutz besonders betroffen: "Die Tierhaare setzen sich im Gehäuse fest", weiß Michael Kittlitz, Geschäftsführer des Notdienstes PC-Feuerwehr in Hamburg.

Notebooks - die kleinen Sensibelchen

Aber auch Notebooks leiden unter Staub und Fuseln. Viele Anwender sind zwar bereit, für einen Laptop 1000 Euro und mehr zu berappen. Um ihren schicken Reisebegleiter in Schuss zu halten, fehlt vielen aber offenbar das nötige Kleingeld. Schade eigentlich, denn die Leistung des empfindlichen Klapprechners sinkt, wenn er nicht richtig gepflegt wird. Die Folgen sind sporadische Abstürze, Hänger, ruckliges Abspielen von DVDs sowie lauter Lüfterlärm. Denn nicht nur der Mensch leidet unter dem PC-Dreck, auch die Hardware spielt irgendwann verrückt. Und wenn plötzlich die Daten futsch sind, weil das verstaubte Netzteil im PC-Inneren kaputt ist, nützt auch die beste Reinigung nichts mehr - dann hilft nur noch ein Neukauf.

Sicherheit geht vor

Höchste Zeit also, die PC-Hardware einmal blitzblank zu reinigen, immerhin erleichtert diese ja auch die tägliche Arbeit. Doch vor dem Großputz gilt: Geräte abschalten, Netzstecker ziehen, nicht zu nass reinigen und gut trocknen lassen.

Frosch für Sauberkeit

Die PC-Maus wird bei der Reinigung oft vernachlässigt. Wenn das Zeigegerät einmal ruckelt, kaufen sich viele Anwender gleich eine neue Maus - meist reine Geldverschwendung: Denn mechanische Kugelmäuse lassen sich leicht an der Unterseite öffnen und das Innere mit einem Walzenreiniger und Microfasertuch säubern. Dirk Plähn warnt: "Zu alte Kugeln, die schon sehr brüchig sind, können nicht mehr regeneriert werden." Ein optische Maus ist dagegen weniger anfällig für Schmutz. Hier genügt es, die Maus hin und wieder mit einem Tuch abzuwischen.

Druckluft für die Tastatur

Grobe Partikel empfiehlt Experte Plähn mit Druckluft aus der Dose auszublasen und gleichzeitig mit einem Staubsauger samt Bürstenaufsatz aufzunehmen. Mitunter reicht aber schon ein speziell geformter Schwamm, den es in PC-Reinigungssets gibt. Zur Not tut´s sogar ein Backpinsel. Ist eine einzelne Taste verklebt, lässt sich diese vorsichtig mit einem Schraubendreher raushebeln und reinigen

Antistatiktuch gegen Fettfinger

"Wer im Büro einem Kollegen etwas zeigen möchte, tippt mit seinen Fingern wild auf dem Display herum", berichtet Dirk Plähn aus seiner Praxis. Auf dem Bildschirm sei dann bald nicht viel mehr als Fingerabdrücke zu erkennen. In kleineren Fällen hilft ein Brillenputztuch. Den Staub beseitigt man besser mit einem Antistatiktuch. Experte Plähn rät zu "Ronol TFT/LCD-Reinigern" und Vileda-Microfasertüchern. Sollten nach dem Putz noch Schlieren vorhanden sein, den Vorgang einfach wiederholen. Beim Putzen darf der PC-Besitzer nur geringen Druck ausüben, da ansonsten die empfindliche Oberfläche zerkratzt. Papiertücher eignen sich wegen ihrer Fusseln und groben Struktur nicht zum Reinigen.

Kontaktlose Reinigung des Gehäuses

Bevor der PC-Besitzer mit der Innenreinigung beginnt, sollte er sich erden. Das geht, indem er mit einer Hand das Metall des Gehäuses und mit der anderen Hand eine metallene Heizung berührt. So vermeidet der Anwender, dass elektrostatische Spannungen auf die empfindliche Elektronik überspringen und diese schädigen.

Die Reinigung im Inneren selbst ist nicht ganz ungefährlich. Ein feuchter Lappen hat hier nichts zu suchen. Plähn rät, die Innenreinigung kontaktlos mittels Druckluft aus vorzunehmen. Beim Kauf des Sprays gilt es darauf zu achten, dass die Druckluftstärke dosierbar ist - man sollte mit möglichst schwachem Druck beginnen. Gleichzeitig wird der Staub durch einen Staubsauger mit Aufsatz aufgenommen. Im Netzteil sammelt sich zwar besonders viel Staub an. Doch Finger weg davon: "Das Netzteil könnte noch unter einer Restspannung stehen, auch wenn der PC vom Netz getrennt ist", warnt Dirk Plähn. Deshalb gilt: Um die eigenes Gesundheit nicht zu gefährden, darf hier nur der Fachmann ran.

Experten fürs Notebook

Das Notebook gilt unter Sauberkeitsfanatikern als Problemfall. Der Grund: Schmutzpartikel sitzen vor den Lamellen des Kühlkörpers fest und behindern so dessen Wärmeabfuhr. Der Rechner überhitzt sich. "Das ist wie bei einem Staubsauger. Ist der Filter dicht, geht nichts mehr", beschreibt es Michael Kittlitz von der PC-Feuerwehr. Bei intensiver Nutzung sind viele Notebooks oft schon nach einem guten Jahr stark verschmutzt. Dem Profi zufolge gibt es kaum eine Chance, die Verstopfung durch Verstaubung zu verhindern. Bei normalen Tastaturen helfen immerhin noch Abdeckungen. Mit der Reinigung sollte der PC-Besitzer einen Experten beauftragen - sie ist aufwändig und teuer. Die Unterhaltungskosten für ein Notebook liegen deshalb über denen eines Desktops.


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