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Prozess: Ermittlungen gegen HP wegen Irreführung von Behörden

Computerhersteller Hewlett-Packard wird von der Staatsanwaltschaft Kaliforniens vorgeworfen, einen Kritiker ihrer Firma bestochen und "eingekauft" zu haben.

Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates Kalifornien geht einem Zeitungsbericht zufolge gegen den Computerhersteller Hewlett-Packard (HP) wegen Irreführung und Behinderung von Ermittlungen vor.

Bei Untersuchungen zu angeblichen Fehlern in Millionen von Computern verschiedener Hersteller hätten die Ermittler in Justizdokumenten der vergangenen zwei Wochen "unsachgemäße Methoden" aufgedeckt, berichtete die Zeitung "Wall Street Journal" in ihrer Montagausgabe. Dabei gehe es um die Zahlung eines Beraterhonarars von HP in Höhe von 27,5 Millionen Dollar an den Computerexperten Philip Adams, der zuvor die Justiz mit Hinweisen auf angebliche Mängel in Diskettenlaufwerken in Alarmbereitschaft versetzt hätte. Als die Ermittlungsbehörden sich der Sache angenommen hätten, habe Adams plötzlich die Seiten gewechselt und einen lukrativen Vertrag bei Hewlett Packard als Berater für zukünftige Gerichtsprozesse unterschrieben. Zugleich habe er versprochen, keine Unterstützung bei Zivilklagen gegen HP zu leisten.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte am Wochenende nach Angaben der Zeitung, der Staat verfolge nun das außergewöhnliche Verhalten von HP und Adams, um abtrünnige Informanten, die zu ihrem finanziellen Vorteil in das Lager von Beschuldigten wechseln, zur Verantwortung zu ziehen.