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SCHEIBE: Abgesoffen

Während Scheibe mit seinem Redaktionsbüro Hände ringend versucht, Kosten zu sparen und neue Schreibaufträge zu ergattern, läuft ihm auch noch der Redaktionskeller voller Wasser. Da steht er nun - wie ein begossener Pudel.

Immer wenn man glaubt, es gehe gar nicht mehr schlimmer, überzeugt einen das Schicksal, dass es für alles noch eine kleine Steigerung gibt. Während wir in unserem Redaktionsbüro Hände ringend versuchen, Kosten zu sparen und neue Schreibaufträge zu ergattern, läuft uns auch noch der Redaktionskeller voller Wasser. Da stehen wir nun - wie begossene Pudel.

Dabei war die Auftragslage endlich wieder besser

So kann es einem gehen. Endlich sind unsere Auftragbücher wieder halbwegs prall gefüllt. Wir schuften wieder rund um die Uhr, um neue Glossen, neue Bücher und neue PC-Zeitschriften mit Buchstaben zu füllen. Herr Franz frickelt an zahlreichen Heft-CDs, die jetzt endlich 700 statt 650 Megabyte haben dürfen, seitdem die Presswerke auf das neue Format umgeschaltet haben. Frau Junge grummelt, weil sie jetzt 50 Megabyte mehr Daten aus dem Internet schaufeln muss.

Das Grauen wohnt in Zehlendorf

Ich halte mich mit Äußerungen zu den zusätzlichen CD-Texten, die ich noch schreiben muss, zurück. Ich schiebe Panik, weil ich heute zum Zahnarzt fahren muss. Einmal quer durch Berlin von Spandau bis nach Zehlendorf, weil der alte Zahnarzt doch immer noch der beste ist. Es steht nichts Schlimmes an, nur einmal Zahnstein wegkratzen und die Beißerchen polieren, danach einmal beim Zahnarzt unter die Lupe legen. Schiss habe ich trotzdem - bei meiner Cola-Sucht.

Merke: Mundduschen nicht mit Cola betreiben

Fröhlich piekt mir die Hygiene-Chefin dann auch gleich mit der Nadel ins Zahnfleisch: »Tut's weh?« Als ich mich wieder im Liegestuhl positioniert habe und mein Zahnfleisch ins Pulsieren verfällt, werde ich informiert, dass die andauernde Cola-Dusche am Tag gar nicht gut für mein Zahnfleisch ist. Ich überstehe den Rest der Behandlung und schaffe es sogar, beim Zahnarzt ohne neue Loch-Entdeckung vom Stuhl zu hüpfen.

Dann sitze ich da so im Wartezimmer, hüte die Kinder, die freudig die vorhandene Ausstattung zerstören, und warte darauf, dass meine Frau fertig wird. Auf einmal klingelt ein Handy. Ich schaue die Nachbarin böse an. Das ist so eine Nobel-Tussi, die nicht einmal beim Zahnarzt ihr Handy ausschalten kann. Zu dumm, dass ich nach endlosen Sekunden feststellen muss, dass es das Handy meiner Frau ist, das da klingelt. Als ich es endlich aus dem Rucksack hervorgekramt habe, hört das Klingeln auf einmal auf. Ich klicke mich durch das Display und bekomme die Nummer der letzten Anrufe angezeigt. Aber geht es nun um die oberste oder die unterste Nummer? Egal, ich packe das Handy zurück. Da die Kinder Terror im Wartezimmer machen, fahre ich schon einmal mit dem Fahrstuhl nach unten. Die Kids und ich stehen hinter der Eingangstür und schauen nach draußen. Es regnet. Nein, es schüttet. Den ganzen Tag schon. Und davor die ganze Nacht. Ich höre meine Frau die Treppe heruntereilen, das Handy am Ohr. Schon vom ersten Stock aus brüllt sie runter: »Hier ist Frau Junge dran. Der Keller steht unter Wasser.«

Wenn Lappen nicht mehr ausreichen

Gerne würde ich mich setzen. Der Keller? Im Keller unseres Hauses ist mein Büro untergebracht. Mein heiliges Büro. In den letzten Wochen hatten wir schon öfters das Problem, dass das Wasser bei heftigem Regen im Kellerschacht so weit ansteigt, dass es über die Türschwelle tritt und den Flur nässt. Bislang haben wir das mit Handtüchern immer ganz gut in den Griff bekommen. Endsprechend gebe ich Anweisungen an meine Frau: »Die sollen in die Waschküche gehen und ein paar Lappen und Handtücher holen.«

Meine Frau schaut mich mitleidig an: »Das wird nicht reichen, Schatz. Im ganzen Keller steht das Wasser zwei Handbreit hoch. In jedem Raum.«

»Mein Lieblingscomics! Neue Software! Druckfrische Zeitschriften!«

Mein Herz überspringt zwei Schläge, und ich vergesse das Atmen. Schnell spurten wir ins Auto, schnallen die Kinder fest und rasen los. Normalerweise braucht man von Zehlendorf nach Spandau eine halbe Stunde. Aber wir kommen in den Berufsverkehr. Das kann dauern. Und es regnet immer noch. Unterwegs fällt mir an jeder Ampel etwas Neues ein, was ich blöderweise auf dem Boden des Büros gelagert habe: Meine Lieblingscomics! Alle Software-Neuheiten der letzten Wochen! Die Bücher für das Diät-Sonderheft! Die Kiste mit den neuen SharePlay-Heften! Meinen Subwoofer für die PC-Boxen!

Zwischendurch schaue ich grimmig auf die Straße und überlege, wie hoch der Sockel von meiner Vitrine wohl ist. In den untersten Schränken stehen 20 Leitz-Ordner mit allen Artikeln, die ich jemals in den letzten zehn Jahren geschrieben habe. Wenn die nass geworden sind, höre ich sofort auf und werde wieder Biologe!

Mit Besen gegen die Naturgewalt

In unserer Sandstraße vor dem Haus stehen die Pfützen so hoch, dass ich Angst habe, mit dem Sharan steckenzubleiben. Ich fahre den Wagen in den Carport, springe heraus und rase in den Keller. Überall steht noch ein Zentimeter Wasser. Überall sind Kisten, Teppiche, Pakete und Bücherstapel auf Tische, Schränke und leere Getränkekästen verteilt, um sie vor dem Wasser zu retten. In meinem Büro steht die Schiebetür auf die Veranda offen. Frau Junge, Herr Franz und ein paar Nachbarn stehen mit Besen, Schneeschippen und Wischmops da. Sie versuchen, das Wasser aus dem hinteren Bereich des Büros nach draußen auf die Veranda zu schaufeln. Draußen steht eine Pumpe, die das Wasser über einen Schlauch in den Garten lenkt. Alles ist nass, alles schwimmt.

Unrettbar verloren

Stunden später ist das Wasser draußen. Halbwegs jedenfalls. Das Parkett ist hinüber und wellt sich schon an den Schnittkanten hoch. Unter den Schränken staut sich das Wasser. Ich versuche, es mit Zeitungen hervorzusaugen. Die Tapeten lösen sich bereits im unteren Drittel vom Mauerwerk. Unsere beiden Papiertonnen sind auch voll - nasse Bücher, Zeitschriften, CDs und Papiere aller Art. Unrettbar verloren.

Hoffentlich zahlt die Versicherung

Das hat mir gerade noch gefehlt. Wir müssen dringend mal wieder etwas wegarbeiten und da hält uns auf einmal so ein blöder Mist auf. Das Parkett muss raus. Die Tapeten müssen runter. Ein paar Bauentfeuchter sind bereits am Schuften und holen das Wasser aus der Luft. 80 Prozent Luftfeuchtigkeit - hoffentlich zahlt das die Versicherung.

Das einzige Ding in meinem Büro, das kein Wasser abbekommen hat, ist meine halbvertrockene Pflanze. Dabei hätte die das durchaus nötig gehabt.

Carsten Scheibe

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.