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SCHEIBES KOLUMNE: Die DVD kommt

Leute, vergesst Eure CD-ROM-Laufwerke und -Brenner. Der Videorecorder darf auch getrost auf den Müll. Die DVD kommt. Das am schnellsten etablierte Medium aller Zeiten macht sich vehement auf dem Markt breit.

Leute, vergesst Eure CD-ROM-Laufwerke und Brenner. Der Videorecorder darf auch getrost in den Müll geworfen werden. Die DVD kommt. Das am schnellsten etablierte Medium aller Zeiten macht sich vehement im Markt breit. Und bietet allen technisch versierten Video- und Audiofans die Gelegenheit, in Superlativen zu schwelgen.

Die CD-ROM ist mit einem Fassungsvermögen von 650 Megabyte Daten oder 74 Minuten ein viel zu endlicher Speicher. Die VHS-Videokassette ist klobig, speichert Filme nur in mäßiger Qualität und verschleißt mit der Zeit. Grund genug für die Industrie, gleich etwas völlig Neues zu erfinden.

Etwa die DVD. DVD bedeutet ausgeschrieben »Digital Versatile Disk« und sieht von außen aus wie eine ganz normale CD. Doch das einseitig in zwei Ebenen beschriebene Speicherwunder bringt es auf eine Kapazität von bis zu 17 Gigabyte. Das reicht locker aus, um einen kompletten Kinofilm in allerhöchster Auflösung zu speichern. Natürlich digital, sodass es beim Abspielen auch nach dem tausendsten Mal keine Abnutzung gibt. Der Platz reicht sogar aus, um einen Film in acht Sprachversionen und mit bis zu 32 Untertiteln zu speichern. Spezielle DVD-Extras wie Trailer, Making-Ofs, Videos und weitere so genannte »Featurettes« machen ebenfalls den Mehrwert der Silberscheibe aus.

Der erste DVD-Player wurde 1996 auf der CeBIT in Hannover vorgestellt. Heute gibt es allein in Deutschland eine Million an den Fernseher angeschlossene DVD-Player und 1,1 Millionen Rechner mit integriertem DVD-Laufwerk. Auch die neue Playstation 2 ist DVD-tauglich. Kein Wunder also, dass der Markt explodiert. Eine Milliarde Mark Handelsvolumen wird von verschiedenen Fachzeitschriften für das laufende Jahr prophezeit – das ist doppelt so viel wie im letzten Jahr. Bereits heute gehen Marktforschungen davon aus, dass 2001 mehr DVD-Player als Videorecorder verkauft werden.

Das ist kein Wunder. Kinofilme weisen auf DVD eine wesentlich höhere Auflösung auf als auf VHS. Jedes noch so kleine Detail ist jetzt deutlich zu sehen, jeder Grashalm präsent. Noch besser: Die Filme lassen sich auch auf einem PC-Monitor abspielen, wenn ein DVD-Laufwerk im Rechner vorliegt. Hier ist die Auflösung der modernen Bildschirme gleich noch einmal höher als beim Fernseher. Der perfekte Sound in Dolby Digital 5.1 oder dts sorgt vor allem bei Heimkinoanlagen dafür, dass sich die Zuschauer bei Action- oder Horrorfilmen fast in die Hosen machen, wenn plötzlich von hinten ein lautes »Buh!« kommt.

Auch wenn die Preise für DVDs noch deutlich höher als für Video-Kassetten ist: Die DVD gewinnt dazu. Ende 2000 soll die DVD ein Drittel des Kauffilmmarktes für sich beansprucht haben. Einzelne Titel wie »Matrix«, »Die Mumie« oder »Gladiator« haben auch hierzulande bereits weit über 200.000 Einheiten verkauft. Ein Megaerfolg. Wer da beim Kauf einer neuen Scheibe jede Mark sparen möchte, konsultiert etwa den Preisspion von DVD-Palace, der die Preise von 31 Online-Händlern miteinander vergleicht. Oder er borgt sich seine DVDs in der Online-Videothek für ein paar Mark in der Woche aus. Übrigens werden erste DVD-Player bereits für unter 300 Mark verkauft. Hier wurde gerade die Schallmauer zum Massenmarkt durchbrochen.

Ländercode 2 für EuropaPAL-Standard

auch ein etwas anderes Wiedergabeformat als die Amerikaner, die auf NTSC bauen. Beide Formate haben eine etwas abweichende Bildauflösung. NTSC zeigt auch mehr Bilder pro Sekunde.

Auch die Musikindustrie profitiert von der DVD. Immer mehr Scheiben erscheinen im DVD-Format, das Raubkopierer schreckt und neben den Audio-Tracks noch viel Raum für Extras wie einen kompletten Video-Konzertmitschnitt bietet. Im Computerbereich sind es vor allem die Lexika und Nachschlagewerke, die auf DVD ausgelagert werden.

Um DVD-Filme auf dem PC abzuspielen, wird ein spezieller Player benötigt. Er dekodiert die MPEG-Dateien der Filme und spielt sie wahlweise im Fenster oder im Vollbildmodus ab. Populär ist der Player PowerDVD 3.0, der sogar Screenshots von den DVD-Filmen abnehmen kann. Weitere Software-Decoder werden vom Online-Magazin DVD.de zum Download bereitgestellt. Dieses bitet auch eine sehr umfangreiche Datenbank mit ausführlichen Informationen und Fotomaterialien zu allen DVDs, die in Deutschland produziert wurden.

Sind Sie auch schon auf den DVD-Trend aufgesprungen? Schreiben Sie uns!

Carsten Scheibe

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