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SCHEIBES KOLUMNE: Raubkopieren? Ach nö...

Die Filmindustrie fühlt sich bedroht durch im Internet verbreitete DVD-Raubkopien. Angesichts der unsäglichen Mühen, die mit dem Herunterladen einhergehen, fragt sich Kolumnist Scheibe, ob das nicht nur eine Beschäftigungsmaßnahme für Computerfreaks ohne Freunde und Hobby ist.

Heutzutage will kein Anwender mehr eine Raubkopie von Microsoft Office geschenkt haben. Die meisten Onliner haben auch keine Lust mehr darauf, sich geklaute Songs im MP3-Format aus dem Internet zu schneiden. Und jetzt sollen auch noch DVD-Filme über das Internet verschachert werden? Angesichts der unsäglichen Mühen, die mit dem Herunterladen von gecrackten Kinofilmen aus dem Netz einhergehen, fragt man sich doch schon, ob das nicht nur eine Beschäftigungsmaßnahme für Computerfreaks ohne Freunde und Hobby ist.

Ich kann mich noch vage an eine Zeit erinnern, zu der mein AT-286er Rechner das Nonplusultra und das Maß aller Dinge war. Als Student hätte ich mir das Teil damals auch nie leisten können. Beim Jobben auf dem Bau ist der Rechner sozusagen nebenbei mit abgefallen, weil ein Kunde seine Schulden beim Bauherrn nur in Naturalien bezahlen konnte. Damals wurde im Bekanntenkreis wie irre raubkopiert. Jemand kannte jemanden, der hatte mindestens 20 Disketten mit den DOS-Versionen von Multiplan, Word und Quattro Pro. Also nix wie hin, dafür gab es dann die eigenen Disketten mit Space Quest oder anderem Zeug zum Tauschen. Jeder wollte unbedingt alles haben. Jedes kleine Update sorgte gleich für orgiastische Ekstasen. Dabei ging es schon damals nur ums Sammeln, denn richtig genutzt hat eigentlich niemand die ganzen Programme.

Warez-Seiten - nur für Masochisten

Irgendwann so vor drei, vier Jahren war plötzlich Schluss mit dem Raubkopieren. Dank diverser Aufklärungsaktionen von Microsoft und Co. kam plötzlich ein neues Bewusstsein in der Szene auf. Kann auch sein, dass die Studenten von damals plötzlich erwachsen wurden und endlich selbst Geld verdienten. Sie kauften sich – müde geworden von Virenattacken, dem fehlenden Hotline-Support und defekten Disketten - die zwei, drei Programme, die sie tatsächlich im Alltag benötigten. Oder bekamen sie gleich zusammen mit dem Computer ins Haus geliefert. Raubkopieren? Nein danke. Die bereits installierten Legal-Versionen funktionieren doch und können alles, was der Anwender verlangt. Wer schaut jetzt schon noch auf den Warez-Foren im Internet vorbei? Masochisten, die sich endlos von einer Seite zur anderen klicken möchten, bevor sie den Download-Link erwischen.

Dann brannte das alte Fieber plötzlich wieder auf. Mensch, MP3! Kennste das denn nicht? Ganze Straßenzüge schienen sich den neuen Rechner nur zu kaufen, um kostenlose Musik aus dem Internet zu saugen. Nächtelang produzierten die Rechner dank faktischer Standleitung ins Internet astronomisch hohe Telefonrechnungen. Tausende MP3-Dateien mit den neuesten Songs von Madonna und ihren Freundinnen wurden aus dem Netz geholt, ins Wave-Format konvertiert und dann in stundenlanger Arbeit auf eine Audio-CD gebrannt, auch wenn's ein wenig blechern klang. Das machte Spaß, auch weil die Technik so neu war. Und jetzt? Napster als Tauschbörse Nummer eins bricht zusammen, lauter Klone tauchen auf wie Pilze nach dem Regen. Doch die Party ist vorbei, die meisten Gäste gehen schon nach Hause. Wer hat denn heute schon noch die Zeit, um im Internet herumzukreuchen – auf der Suche nach einer ollen Musikdatei? Rechnet man alle Kosten für Rechner, Brenner, Online-Gebühren und privat aufgewendeter Zeit zusammen, ist MP3 so billig auch nicht.

DivX;-) - der Tod der DVD? Wer's in Häppchen mag...

Jetzt will uns die PC-Presse auf einmal weismachen, dass Teil drei der Raubkopier-Orgie in den Startlöchern steht. Derzeit heißt der Trend ganz allgemein DVD. Eine solche Silberscheibe fasst mehrere Gigabyte Daten, also auch ganze Kinofilme. Diese Filme auf einer DVD zu betrachten, ist dank der extrem hohen Auflösung und dem lupenreinen Sound ein Schauerlebnis erster Sahne. Jetzt haben einige findige Raubkopierer einen Codec namens DivX;-) entdeckt, der DVD-Filme auf die Festplatte rippen und dabei ins MPEG-4-Format schreiben kann. Im stark komprimierten MPEG-4-Format reduziert sich ein ganzer DVD-Film auf mickrige 600 bis 700 Megabyte. Die Presse munkelt, dass DVD-Filme schon jetzt in 15 Häppchen à 50 Megabyte zerlegt übers Internet verteilt werden. Dank ADSL-Zugängen ins Internet soll der schwere Brocken irgendwann in vertretbarer Zeit auf der Festplatte landen. Aber hallo: Das hat mir grad noch gefehlt! Ich möchte das sinnliche Vergnügen nicht mehr missen, eine neue DVD-Scheibe in den Player zu schieben, um dann die Füße auf den Couchtisch zu legen und den Film zu starten. Filme in Häppchen zu gucken ist nicht so mein Ding. Also macht mir bitte nicht meinen Konsum mit so einem Schwachsinn kaputt.

Liebe Leute: Natürlich gibt es Raubkopierer. Natürlich richten sie Milliardenschäden an. Man sollte nur unterdessen die ehrlichen Anwender nicht vergessen, die eine lizenzierte Software, eine echte Audio-CD oder eine nagelneue DVD dem raubkopierten Quatsch aus dem Internet vorziehen. Das ist doch ansonsten so, als würde man eine Flasche Pennerglück einem guten Champagner vorziehen, nur weil sie nix kostet.

Carsten Scheibe

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.