HOME

Scheibes Kolumne: Verzweifelte PC-Eltern

stern.de-Kolumnist Scheibe trifft in seinem Bekanntenkreis auf immer mehr verzweifelte Eltern. Sie kommen mit ihren Kindern und Sprösslingen nicht mehr zurecht, die den ganzen Tag vor der PC-Glotze sitzen und darüber all ihre Sozialkontakte verlieren.

Vor dem Computer vergeht die Zeit viel schneller als in der normalen Welt. Das bekommen Kinder nicht unbedingt mit. Die Eltern aber umso mehr. Sie rufen ihre Kinder zum Essen und warten dann vor den dampfenden Tellern - und niemand kommt. Sie wollen das Haus verlassen und rufen erneut. Und wieder kommt keiner. Die Hausaufgaben müssen gemacht werden. Ein Freund steht vor der Tür. Und immer heißt es aus dem Kinderzimmer: "Gleich!" - "Noch fünf Minuten." - "Kann jetzt nicht."

Das Problem ist eben, dass die Kinder vor dem Computer leicht alles andere vergessen und nur noch in virtuellen Spielewelten existieren. Dabei ist es ganz egal, ob die Knirpse in "World of Warcraft" abtauchen, Poker spielen oder in einem Chat versumpfen. Fakt ist, dass es erstaunlich schnell passiert, dass die virtuelle Welt viel, viel spannender wird als die reale - und es richtig schwierig ist, die Kinder wieder aus ihr herauszureißen, um sie mit den lästigen Dingen des realen Lebens zu konfrontieren.

Die Eltern kommen automatisch in die Buh-Rolle. Sie zwingen das Kind vom Computer fort, wo sie Helden sein dürfen, spannende Abenteuer erleben und tolle Erfolge feiern. Und was gibt es dafür in der normalen Welt? Hausaufgaben, Spinat und Mülleimer rausbringen. Bei Freunden stand das Kind schon im offenen Fenster des zweiten Stocks, um theatralisch in den Tod zu springen, wenn das ausgesprochene Computerverbot nicht zurückgenommen wird. Erst die Aussage der Eltern, dem springenden Kind dann auch gleich noch den Computer hinterher zu werfen, holte den widerspenstigen Filius wieder ins Kinderzimmer zurück.

Inzwischen häufen sich derartige Berichte. Zwei Jugendliche, die ich kenne, haben kurz vor dem Abitur die Schule geschmissen, weil sie lieber ganze Nächte auf Netzwerkparties durchgespielt haben und davon nicht mehr lassen wollten. Ein anderer Youngster wurde in seinem ersten Job gleich wieder gefeuert, weil er ebenfalls jede Nacht durchgespielt hat und dann im Büro nicht mehr konzentrationsfähig war und jede noch so kleine Aufgabe verbockt hat.

Nun, wenn die Gefahr bekannt ist, was kann dagegen getan werden? Sinnvoll ist es sicherlich, den Kindern nicht unbedingt einen eigenen Computer ins Kinderzimmer zu stellen. Natürlich wird der PC gebraucht - für die Schule. Aber wenn der PC im Wohnzimmer steht oder im Arbeitszimmer der Eltern, so lässt er sich doch viel einfacher überwachen. Viele Eltern verwenden den PC im Kinderzimmer aber zunächst nur allzu gern als einfachen "Ruhigsteller" und Babysitter, der am Anfang oft genutzt wird, um die Kinder zu beschäftigen. Bis es dann auf einmal eskaliert, die Schulleistungen in den Keller gehen und nix anderes mehr von Interesse ist.

In den letzten Jahren habe ich vielen Eltern eine digitale Kindersicherung empfohlen. Davon gibt es ja viele Alternativen wie etwa die PC Kindersicherung von Salfeld (www.kindersicherung.de). Kostenfrei gibt es so eine Software sogar unter dem Namen TimeRestrict Free Edition (www.kindersicherung-internet.de). Diese Programme geben den Kindern ein Zeittaschengeld, das sie ganz nach Belieben einsetzen können. Sobald es aber verbraucht ist, fährt der Rechner nach kurzem Countdown herunter und kann anschließend auch mit allen Tricks nicht mehr gestartet werden. Die Eltern entschlüpfen damit der Rolle der Buh-Männer. Stattdessen sind die Kinder auf einmal selbst verantwortlich dafür, wie sie ihre verfügbare Zeit aufteilen. In diesem Fall kommen sie erfahrungsgemäß auch viel leichter mit einem "Aus" zurecht: Mit dem Computer kann man eben nicht diskutieren.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.