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Sebastian Thrun: Der Fahrlehrer der Roboter-Autos

Hinter Googles ambitioniertem Roboterauto-Projekt steckt ein Deutscher. Sebastian Thrun (43) stammt aus Solingen und studierte Computerwissenschaften in Hildesheim und Bonn. Nach seinem Abschluss ging er Mitte der 90er Jahre in die USA.

Einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde Thrun rund zehn Jahre später, als sein Team 2005 einen Wettbewerb für Roboter-Wagen gewann. Der Sieger hieß damals "Stanley" - und hatte ebenfalls deutsche Wurzeln. "Stanley" war ein blauer Volkswagen Touareg, dem Thruns Studenten von der Elite-Uni Stanford und VW-Techniker das Fahren ohne menschliches Zutun beibrachen. Dabei galt das Stanford-Team bei der mit zwei Millionen Dollar dotierten "Grand Challenge" der Pentagon-Technologieagentur DARPA als Außenseiter. "Stanley" steht heute im Museum und mit seinem Nachfolger "Junior" gewann Thruns Team 2007 den nächsten DARPA-Wettbewerb - bei dem es um Fahren im Stadtverkehr ging.

Seit 2007 ist Thrun Stanford-Professor und schrieb auch zahlreiche Arbeiten zur Robotik-Theorie. Er ist überzeugt, dass automatische Autos die Straßen sicherer machen und den Spritverbrauch senken können. Zunächst in einem freien Stanford-Jahr kam Thrun zu Google und entwickelte dort die Technologie für den Straßenatlas Street View mit. Für die detaillierten Straßenaufnahmen lässt Google mit Kameras und Sensoren ausgestattete Spezialwagen durch die Städte fahren. Die Roboter-Autos, die Thruns Team für Google entwickelte, erinnern äußerlich an die Street-View-Wagen.

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