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Jungfernfahrt der "Silver Cloud": Luxuriöse Antarktis-Kreuzfahrt gerät zum Pannen-Alptraum

Erst verhinderten Stürme ein Anlegen an den Falklandinseln, dann zwang ein Maschinenschaden die Kreuzfahrt vorzeitig zu beenden. Pech für die Gäste, denn sie zahlten mindestens 14.000 US-Dollar pro Person.

Silversea Cloud

Das neue Expeditionsschiff der Luxusklasse: Die "Silversea Cloud" brach zu ihrer Jungfernfahrt in die Antarktis am 17. November auf.

Dumm gelaufen: Das Schiff "Silver Cloud" hatte gerade erst die Palumbo-Werft in Malta verlassen und war für 40 Millionen US-Dollar in ein kleines, aber feines Expeditionsschiff mit der höchsten Eisklasse umgebaut worden. "Wir sind stolz darauf, diesen bedeutsamen Anlass zu feiern, wenn das Schiff, mit dem Silversea einen neuen Weg im Segment der Luxusreisen beschreitet und damit die Expeditionskreuzfahrt neu definiert", kündigte stolz Roberto Martinoli, der Chef der in Monaco ansässigen Reederei Silversea Cruises an.

Doch die 200 Gäste des auf maximal 254 Passagiere ausgelegten Luxusliners kamen auf der ersten Reise nicht weit. Zunächst verzögerte sich der Start in Buenos Aires um einen Tag. Dann sollte auf der 16-tägigen Jungfernfahrt in Richtung Antarktis zunächst Stanley auf den Falklandinsel angesteuert werden.

Doch wegen der miserablen Wetterlage musste der Programmpunkt ausfallen. Anschließend sollte die Drake-Passage bezwungen werden, die Meerenge zwischen der Südspitze Südamerikas und der Antarktis. Anscheinend ließen die Wirbelstürme nicht nach. "Ein Expeditionsleiter an Bord sagte, dass sie in seinen 18 Jahren Erfahrung in der Antarktis und mehr als 150 Drake-Überfahrten noch nie so viele starke Stürme in der Drake-Passage gesehen habe", heißt es auf der Website "Cruisecitic.com".

Probleme im Maschinenraum

Stattdessen musste Kapitän Adam Boczek im Hafen Puerto Madryn Schutz suchen, der sich auf halben Wege zu den Falklandinseln an der argentinischen Küste befindet. Am 20. November nahm die "Silver Cloud" einen neuen Anlauf auf die offene See. Doch dieses Mal machte der Besatzung nicht das Wetter einen Strich durch die Rechnung, sondern ein Problem im Maschinenraum: Die Kraftstoffpumpe fiel aus.

Daher entschloss sich der Kapitän die Jungfernreise ganz abzubrechen und Kurs wieder auf Puerto Madryn zu nehmen. Den Ingenieuren gelang es nach einer Stunde den Ausfall vorübergehend zu beheben. Kaum auszudenken, wenn der Defekt im Sturm in der Drake-Passage aufgetreten wäre. Bis nach Kap Horn und in die antarktischen Gewässer schaffte es die "Silver Cloud" also nicht.

Inzwischen traf das Luxusschiff in Puerto Madryn ein, wo es eine Werft mit Dock gibt. Das Ersatzteil muss aus Europa eingeflogen werden. Für alle Gäste war in der argentinischen Hafenstadt die Reise zu Ende. "Die Passagiere tragen die Enttäuschung mit Fassung", berichtet die Kreuzfahrtexpertin Janice Wald Henderson auf "Cruise Critic".

Die Reederei zeigt sich großzügig: Alle Geschädigten erhalten den vollen Fahrpreis zurück, neue Rückflugtickets sowie einen 25-prozentigen Rabatt auf eine zukünftige Kreuzfahrt mit Silversea Cruises.

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tib

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