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"MS Europa" und MS Europa 2" Corona-Fälle an Bord: Luxusliner von Hapag-Lloyd Cruises muss die Silvester-Kreuzfahrt vorzeitig abbrechen

MS Europa
Das laut dem "Berlitz"-Kreuzfahrtführer Fünf-Sterne-plus-Schiff, die "MS Europa " von Hapag-Lloyd Cruises, hatte während des Lockdowns 2020 über viele Wochen im Hamburger Hafen festgemacht.
© Till Bartels
Die Zahl an Covid-19 infizierter Kreuzfahrtpassagiere nimmt weltweit rapide zu. Jetzt sind auch die Flaggschiffe "MS Europa" und MS Europa 2" der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd Cruises betroffen. Silvester hatten sich die Gäste anders vorgestellt.

Da an Bord der beiden Luxus-Kreuzfahrtschiffe "MS Europa" und "MS Europa 2" mehrere Corona-Tests positiv ausgefallen sind, müssen die Schiffe ihre geplanten Fahrten abbrechen beziehungsweise ändern. "Bei routinemäßigen Tests an Bord haben wir Fälle von Covid-19 identifiziert. Den betroffenen Personen geht es gut, sie haben keine beziehungsweise nur milde Symptome", teilte die in Hamburg ansässige Reederei Hapag-Lloyd Cruises auf Nachfrage mit.

Wie viele Personen betroffen sind, darüber informierte das Unternehmen nicht. Die positiv Getesteten sowie deren Kontaktpersonen seien umgehend an Bord getrennt voneinander isoliert worden. "Geplant ist, dass die positiv getesteten Personen in Dubai ausgeschifft werden und hier in Quarantäne gehen, wo sie durch einen medizinischen Dienstleister betreut werden."

Die Passagiere der beiden Premium-Schiffe hatten sich die Jahreswende anders vorgestellt. Die 2013 in Dienst gestellte "Europa 2" sollte mit ihren rund 280 Gästen und 380 Besatzungsmitgliedern über Weihnachten und Silvester von Dubai weiter nach Mauritius fahren. Die Reise endet den Angaben zufolge nun aber vorzeitig am 30. beziehungsweise 31. Dezember.

Die 22 Jahre alte "Europa" sollte ursprünglich mit 240 Passagieren und 280 Crew-Mitgliedern über die Feiertage den Kurs in Richtung Mauritius und die Malediven nehmen. Durch die neue Lage wird der Luxusliner nach dem Anlegen in Dubai die Reise in Richtung Malediven fortsetzen können. Beide Schiffe sollten eigentlich 18 Tage lang bis zum 5. Januar auf den Meeren unterwegs sein.

Nach Angaben von Hapag-Lloyd Cruises sind alle Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord der beiden Schiffe mindestens zweimal geimpft. Sowohl die Gäste als auch die Crew-Mitglieder werden zudem regelmäßig getestet.

Dutzende Fälle bei Kreuzfahrten in der Karibik

Die Fälle positiv getesteter Kreuzfahrtpassieren häufen sich. Erst kurz vor Weihnachten mussten rund 300 Gäste an Bord der "Mein Schiff 4" von Tui Cruises wegen Corona-Infektionen vorzeitig ihre Reise auf Gran Canaria beenden. Sie hätten eigentlich noch sieben Tage auf dem Schiff verbringen wollen, sagte eine Unternehmenssprecherin der Reederei in Hamburg.

In der Karibik spitzt sich die Lage während der dortigen Hochsaison zu. Vor allem die Schiffe von US-Reedereien sind betroffen, nachdem die Zahl der von dort gemeldeten Corona-Infektionen die dafür gesetzte Schwelle überschritten habe.

Laut der "Washington Post" überwachen die US-Gesundheitsbehörde Dutzende von Kreuzfahrtschiffen mit Corona-Infizierten an Bord. Mehr als 60 Schiffe stünden inzwischen unter Beobachtung, heißt es vom Centers for Disease Control and Prevention.

Zum Schutz der Einheimischen dürfen einige Kreuzfahrtschiffe bestimmte Häfen in der Karibik nicht mehr anlaufen. So wurde der "Carnival Freedom" das Anlegen auf der Insel Bonaire auf den Kleinen Antillen verwehrt. "Ich fühle mich, als hätte ich die vergangene Woche auf einem Superspreader-Event verbracht", sagte ein Passagierin der Presse.

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