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Datenklau bei SchülerVZ: 20-Jähriger wegen versuchter Erpressung verhaftet

Nach dem spektakulären Datendiebstahl beim Online-Forum SchülerVZ hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handelt sich um einen 20-Jährigen aus Erlangen, der in den Berliner Büroräumen der VZ-Netzwerke wegen versuchter Erpressung verhaftet wurde.

Nach dem Datendiebstahl beim Online-Forum SchülerVZ hat die Berliner Polizei einen Verdächtigen wegen versuchter Erpressung festgenommen. Gegen einen 20-jährigen Verdächtigen aus Erlangen sei am Montagabend Haftbefehl erlassen worden, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Beamten bereits Sonntagnacht in den Berliner Büroräumen der VZ-Netzwerke festgenommen, zu denen auch SchülerVZ gehört. Am Montagabend wurde gegen ihn Haftbefehl wegen versuchter Erpressung erlassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihm auch das illegale Ausspähen von Daten zur Last gelegt. Persönliche Einträge von womöglich bis zu einer Million junger Menschen, die SchülerVZ als virtuellen Treff nutzen, waren illegal kopiert und weitergegeben worden. Dabei handelte es sich um Angaben wie Name, Schule, Geschlecht, Alter und Profilfoto. Nicht betroffen waren laut dem Unternehmen Post- oder E-Mail-Adressen, Zugangsdaten, Telefonnummern oder Fotoalben.

"Man muss sich überlegen, wo man Daten preisgibt"

"Der Fall zeigt, dass man sich überlegen muss, wo man Daten preisgibt, speziell im Internet", warnte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in der "Berliner Zeitung". "Daten, die im Internet stehen und von einer großen Zahl von Menschen genutzt werden, können nur schwer gegen Missbrauch geschützt werden", sagte Schaar.

Auch der Branchenverband der Internetwirtschaft ist besorgt. "Beim Datenschutz von Kindern und Jugendlichen in Online-Netzwerken muss ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet sein", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom), Bernhard Rohleder. Dies müsse "allerhöchste Priorität genießen". Glücklicherweise gehe es im Fall der SchülerVZ nicht um sensible Daten wie Kontonummern. Doch zeige der Fall, wie wichtig es sei, "dass Eltern genau darauf achten, was ihre Kinder in Online-Netzwerken tun".

AFP/DPA / DPA