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DDoS-Attacken DHL, Hermes und Ebay wurden von Hackern erpresst

DHL, Hermes und Ebay werden erpresst
DHL, Hermes und Ebay werden erpresst
© scyther5/Gettyimages;picture alliance / Ulrich Baumgarten
Die Webseiten von DHL und Hermes sowie der Online-Marktplatz Ebay sind von einer Hackergruppe attackiert und erpresst worden. Dazu wurden sogenannte DDoS-Attacken genutzt. Möglicherweise stecken Teenager dahinter.

DHL, Hermes und Ebay sind offenbar Opfer von Erpressern geworden. Wie das Internetportal "t3n" berichtet, ist das Geschäftskundenportal von DHL am 21. April mit einer sogenannten DDoS-Attacke angegriffen worden. Auch das Hermes-Kundenportal sei betroffen gewesen. Bei beiden Unternehmen war es auch schon Tage zuvor zu Störungen gekommen, die möglicherweise durch Hacker provoziert worden sind. Kunden hatten berichtet, dass es Störungen und sogar Vollausfälle der Portale gegeben habe. Auch der Online-Marktplatz Ebay soll angegriffen worden sein, die Versandseiten seien gestört gewesen. DDoS-Attacken sind vor allem für Firmen und Institutionen ein Problem. Sie funktionieren - vereinfach - durch eine Vielzahl von Anfragen durch mehrere Computer auf eine Webseite oder ein Netzwerk. Das bricht unter der Last zusammen.

Via Twitter hat sich eine Hackergruppe zu den Attacken bekannt. Demnach steckt ein Hacker-Kollektiv mit dem Namen "Xmr-Squad" hinter den Attacken. Der Ebayexperte und Blogger Mark Steier will nach eigenen Angaben Kontakt zu der Hackergruppe gehabt haben. Offenbar wollten sie Geld erpressen. Er schreibt in seinem Blog: "Ein Vertreter der Gruppe bat mich folgendes zu veröffentlichen: 'Vielleicht könnten Sie auch erwähnen, dass DHL keine 250€ bezahlen wollte und sie die Kunden so vernachlässigt haben.'" Seinen Aussagen nach handele es sich um drei Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. Steier gab gegenüber "t3n" an, dass er mit einem der mutmaßlichen Täter telefoniert habe. Dieser habe einen russischen Akzent gehabt, aber fehlerfrei Deutsch gesprochen. 

Ungewöhnliches Vorgehen der Hacker

Das Portal "t3n" und Steier finden das Verhalten der Gruppe untypisch. So schreibt Steier: "Klar scheint mir der Grund zu sein, warum xmr-squad sich bei mir gemeldet hat. Sie wollen bekannt werden und ihre Drohungen sollen zukünftig mehr Wirkung zeigen." Laut dem Sicherheitsprovider Link11 (LSOC) würden bei solchen Attacken normalerweise höhere Beträge gefordert, nämlich zwischen einem und fünf Bitcoin, also zwischen 1000 und 5000 Euro. "Bis jetzt sind dem LSOC DDoS-Attacken auf die Webseiten von Snipes, Freenet, Hermes, DHL, AldiTalk und 3DSupply bekannt", lässt Link 11 wissen. "Neben den Unternehmen wurden laut der offiziellen Webseite der Täter auch das LKA Niedersachsen sowie das Land NRW angegriffen."Doch offenbar macht die Gruppe unbeirrt weiter. Via Twitter lassen sie wissen, dass sie Attacken auf Vodafone und Freenet gestartet hätten. "Nach Einschätzung des LSOC sind die Erpressungsversuche von XMR-Squad unbedingt ernst zu nehmen, auf sie eingehen sollte man aber nicht."


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