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"Doodle" zum 30. Geburtstag: Das Kultspiel Pac-Man kapert Google

Er ist klein und isst am liebsten Punkte: Pac-Man. Die gelbe Scheibe, die seit den 80ern weltweit über die Monitore flimmert, feiert ihren 30. Geburtstag. Dafür wird der Videospiel-Star von Google auf der Startseite mit einem "Doodle" geehrt, das sogar spielbar ist.

Für ein Videospiel hat Pac-Man ein schon wahrhaft biblisches Alter erreicht. Die kleine gelbe Scheibe mit dem großen Appetit auf Punkte wird 30. Vom Original Anfang der 80er über die zahllosen Abwandlungen und Neufassungen in den vergangenen Jahren hat sich dieses Spiels geradezu zu einer Ikone unserer Kultur entwickelt.

Die Faszination liegt dabei nicht nur in dem Wettstreit von Pac-Man mit seinen ewigen Rivalen Blinky, Pinky, Inky und Clyde. "Es war das erste Mal, dass ein Spieler als Person in einem Spiel agierte, statt unbelebte Objekte wie Panzer oder Raketenbasen zu kontrollieren", erklärt Leonard Herman, Autor des Buchs "Phoenix: The Rise and Fall of Videogames". "Der Spieler kontrollierte jetzt eine 'lebende' Figur."

Alles begann mit einer Eingebung von Toru Iwatani, einem jungen Entwickler beim japanischen Spiele-Hersteller Namco. Auf die Idee zu Pac-Man kam er durch eine runde Pizza, in der ein Stück fehlte. Puck-Man, so hieß das Original, war geboren. Wegen der Ähnlichkeit mit einem englischen Vulgärwort wurde dann aus "Puck" beim Start in den USA "Pac". Der Erfolg war durchschlagend und ließ eine romantische Beziehung zu Ms. Pac-Man (Frau Pac-Man) entstehen, der dann auch bald ein Kind entsprang: Junior Pac-Man. Das "Pac-Man Fever" erreichte 1982 selbst die Pop-Charts.

"Niedlich und so etwas wie ein Held"

Billy Mitchell - die erste und einzige bekannte Person, die je ein perfektes Spiel (nach mehr als sechs Stunden Spielzeit und der Bewältigung aller 256 Level kam er 1999 auf 3.333.360 Punkte) spielte, erklärt die Faszination mit der gewaltfreien Einfachheit. Pac-Man "war niedlich und so etwas wie ein Held, wie er da vor den bösen Buben davon rannte. Ob es die 80-jährige alte Dame oder ein Kind war, jeder konnte sich in der Welt von Pac-Man zurecht finden."

Pac-Mans Einfluss dauert noch an. Im Rahmen einer Abschlussarbeit stellten Studenten der Abteilung für Interaktive Telekommunikation der New Yorker Universität, die mit Mobilfunk- und WLan-Geräten ausgerüstet waren, Pac-Man über mehrere Häuserblöcke verteilt nach. Sie nannten das Spiel, in dem vier als Gespenster verkleidete Personen in den Straßen von Manhattan nach Pac-Man suchten, "Pac-Manhattan".

Die Suchmaschine Google ehrt den Videospiele-Star auf ihrer Startseite an seinem Geburtstag auf ganz besondere Art: mit einem Spiel. Nach einem Klick auf "Münze einwerfen" kann der User auf Google tatsächlich Pac-Man spielen. Erst wenn das Spiel vorbei ist, und "Game Over" eingeblendet wird, erscheint die Seite mit den Suchergebnissen zum Stichwort "Pac-Man".

"Die Menschen fragen, 'wer kauft denn Pac-Man?'", sagt Scott Rubin, der ehemalige Chef von Namco America. "Es ist eines der wenigen Spiele, bei denen die Antwort lautet: Jeder. Es war ein Meilenstein in der Geschichte der Videospiele."

ukl/AP / AP
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