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Australien Forscher züchten Gehirnzellen im Labor, die den Computerspiel-Klassiker "Pong" spielen können

Die "Mini-Gehirne" wurden mit dem Spiel "Pong" verbunden (Symbolfoto)
Die "Mini-Gehirne" wurden mit dem Spiel "Pong" verbunden (Symbolfoto)
© Michael Eichhammer / Imago Images
"Mini-Gehirne", die Computerspiele lernen können? Das klingt erst mal futuristisch, soll aber tatsächlich möglich sein: Ein Forscherteam brachte Gehirnzellen bei "Pong" zu spielen – und sie lernten ziemlich schnell.

Einem Forschungsteam aus Australien soll es gelungen sein, Gehirnzellen im Labor zu züchten, die in der Lage sind, das Computerspiel "Pong" innerhalb kurzer Zeit spielen lzu können. Dr. Brett Kagan vom Biotech-Startup "Cortical Labs" veröffentlichte einen Artikel in der Zeitschrift "Neuron", in dem er die genauen Hintergründe seiner Forschung erläutert.

Kagan beschreibt, dass die gezüchteten Miniatur-Gehirne dazu "in der Lage seien, Informationen von einer externen Quelle aufzunehmen, zu verarbeiten und dann in Echtzeit darauf zu reagieren.“

Spielprinzip wurde in kurzer Zeit "verstanden"

Das Forschungsteam hatte menschliche Gehirnzellen aus Stammzellen und Gehirnzellen aus Mäuseembryogehirnen kombiniert und daraus 800.000 Neuronen gezüchtet. Diese wurden mit Elektroden verbunden und an das Spiel "Pong" angeschlossen. Die sogenannten "Mini-Gehirne" konnten innerhalb weniger Minuten das Spieleprinzip des Computerspielklassikers verstehen. Es wurde erkannt, wo genau sich der Ball befindet und wie weit er noch von dem Schläger entfernt ist. Die Neuronen entwickelten mit der Zeit sogar ein gewisses Geschick und verbrauchten immer weniger Energie, um den Schläger an die richtige Stelle zu steuern. Das Startup veröffentlichte auch ein Video, in dem man sehen können soll, wie ein solches Gehirn den Spieleklassiker aus den 70er Jahren spielt.

Die "Mini-Gehirne" sollen sich weiterentwickeln

„Wir müssen diese neue Technologie sehr ähnlich wie die aufstrebende Computerindustrie sehen", sagt Dr. Kagan. Er geht davon aus, dass die Gehirne irgendwann immer komplexer werden. Ungefähr so, wie es auch bei Computertechnologien sei. Dem Team rund um den Forscher sei es dennoch wichtig, sicherzustellen, dass aus den kleinen Denksystemen nicht irgendwann Gehirne mit einem eigenen Bewusstsein werden. Das würde ethische Fragen nach sich ziehen.

Als nächstes möchte das Forschungsteam herausfinden, wie die "Mini-Gehirne" unter Alkoholeinfluss reagieren – und ob sie dann auch noch in der Lage sind, "Pong" zu spielen.

Quellen:  "Neuron", BBC

ky

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