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Unfälle beim Spielen: Studie: Pokémon Go kann tödlich sein und Millionenschäden verursachen

Ist Pokémon Go ein gefährliches Spiel? Das legt zumindest eine US-Studie nahe. Forscher stellten an spielbezogenen Orten eine überpropotionale Häufung von Unfällen fest.

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Zugegeben: Der Hype um das Augmented-Reality-Spiel Pokémon Go ist inzwischen schon länger wieder abgeebbt. Hatte es die Menschen vor allem nach seiner Veröffentlichung im Juli 2016 über Monate in seinen Bann gezogen, trifft man heutzutage  deutlich seltener völlig in ihr Smartphone vertiefte Pokémon-Go-Spieler auf der Straße an. 

Schenkt man einer Studie der Purdue University aus West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana Glauben, dürfte das Abklingen dieser Boom-Phase wesentlich dazu beitragen, dass heute weniger Unfälle und Schäden passieren als zur absoluten Hochphase des Spiels.

Nach dem Release von Pokémon Go stiegen die Unfallzahlen

In der unter dem Namen "Death by Pokémon Go" ("Tod durch Pokémon Go") veröffentlichten Arbeit versuchten die Wissenschaftler zu quantifizieren, für welche Schäden das Spiel im US-Bundesstaat Indiana verantwortlich ist. Für ihre Studie schauten sie sich Vorfälle im Straßenverkehr der Region Tippecanoe County genauer an, wo etwa 170.000 Menschen leben. 

Das Ergebnis: Im untersuchten Gebiet sei in den ersten 148 Tagen nach dem Release des Spiels zu einem unverhältnismäßigen Anstieg von Unfällen im Straßenverkehr gekommen, so die Forscher. 286 Unfälle wurden dort erfasst. 134 davon seien in der Nähe sogenannter Pokéstops passiert, jenen Orten also, wo die User Spielgegenstände wie Pokébälle, Eier oder Tränke einfangen können und den Wissenschaftlern zufolge als Fußgänger oder gar hinterm Steuer entsprechend stark abgelenkt sind. Mit Folgen: Demnach führen die Forscher 31 Verletzte, zwei Todesopfer sowie Schäden im Bereich zwischen 5,2 Millionen und 25,5 Millionen US-Dollar mehr oder weniger direkt auf Pokémon Go zurück. Diese Erkenntnisse stützen sich allerdings auf Annahmen. Direkte Beweise, dass in den Einzelfällen tatsächlich gespielt wurde, legten die Urheber der Studie nicht vor.

Hochgerechnet ergibt sich ein Milliardenschaden

Hochgerechnet auf die gesamten USA ergeben sich demnach folgende Zahlen: In den ersten 148 Tagen nach Erscheinen in Nordamerika verursachte das Spiel Schäden in Höhe von zwei bis 7,3 Milliarden US-Dollar. Parallel sei es bis zu 30.000 Unfällen gekommen, bei denen 256 Menschen das Leben ließen.

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mod/rös