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Videospiel "Dragon Age Inquisition": Wie der Hobbit ohne Ring

Eine schöne Spielwelt mit packender Story und unzähligen Freiheiten geben "Dragon Age Inquisition" das Potenzial für ein echt gutes Rollenspiel. Im Test überzeugt der Titel dennoch nicht völlig.

Von Dominik Brück

Opulente Grafik mit spielerischen Schwächen: So reicht es für "Dragon Age Inquisition" nur fürs Mittelfeld.

Opulente Grafik mit spielerischen Schwächen: So reicht es für "Dragon Age Inquisition" nur fürs Mittelfeld.

Eine gewaltige Explosion löscht innerhalb von Sekunden die geistige Führerin der allmächtigen Kirche zusammen mit hochrangigen Mitgliedern der Templer und Magier aus, Dämonen strömen schlagartig in die Welt und der Himmel wird von einer gewaltigen Spalte zerrissen. Inmitten des Chaos taucht der Spieler mit seinem Charakter auf, dessen Hand in dem gleichen Grün schimmert wie der bedrohliche Riss über seinem Kopf.

Woher er kommt und was er hier macht, weiß er nicht. Er ist sich nur sicher, mit dem ganzen Unglück nichts zu tun zu haben - damit steht er jedoch alleine dar, denn die Mehrheit der Überlebenden fordert den Kopf des vermeintlich Schuldigen. Was mit einem Paukenschlag beginnt, verliert schnell an Fahrt und bleibt an vielen Stellen Mittelmaß. Spaß macht das neue Fantasy-Videospiel "Dragon Age Inquisition" aber trotzdem.

"Dragon Age Inquisition" sieht besonders auf Next-Gen-Konsolen gut aus, bleibt aber über weite Strecken steril.

"Dragon Age Inquisition" sieht besonders auf Next-Gen-Konsolen gut aus, bleibt aber über weite Strecken steril.

So schön und so steril

Die Stärke des Spiels ist unbestritten die Handlung: Vom todgeweihten Gefangenen wird man zum Inquisitor, man muss der Welt Ordnung und Sicherheit zurückbringen und nebenbei die Bedrohung durch Dämonenheere abwehren. Dieser Weg ist stimmungsvoll inszeniert und wird besonders durch die unzähligen Dialoge mit Haupt- und Nebencharakteren vorangetrieben, die der Spieler durch eine Vielzahl von Antwortmöglichkeiten steuert. Dabei passen die Reaktionen der Gesprächspartner zum Verhalten des Spielers und erlauben es tief in die Rolle des Inquisitors einzutauchen. Unterstützt wird dieses Gefühl durch epische Zwischensequenzen, die auch auf der älteren Konsolengeneration bis auf wenige Ausnahmen ordentlich aussehen. Dass es je nachdem welche Antworten der Spieler in den Dialogen wählt - gut oder böse, neugierig oder schüchtern - 30 verschiedene Enden gibt, sollte das Rollenspiel-Erlebnis eigentlich perfekt machen.

Leider wird man durch die eigentliche Spielwelt schnell in die harte und sterile Realität zurückgeholt. Besonders im Vergleich zu den vorherigen "Dragon Age"-Teilen sind die Landschaften riesig und wimmeln nur so voller Aufträge und Orten, die es zu erkunden gilt. Obwohl die verschiedenen Schauplätze schön und abwechslungsreich gestaltet sind, wirken sie dennoch steril. So stehen die meisten Nicht-Spieler-Charaktere meist wie angewurzelt an ihrem Platz und reagieren auf die immer gleiche Weise auf den Spieler - egal ob man als ketzerischer Verräter verschrien ist oder als strahlender Held das Dorf gerettet hat. Über ein beiläufiges "Oh Hallo" kommen die Figuren meist nicht hinaus. In der Regel reagieren sie jedoch gar nicht auf den Spieler.

Auch die Gespräche mit Questgebern außerhalb der Hauptstory zerstören schnell das Rollenspiel-Feeling: So schildert uns ein Flüchtling in ruhigem Ton, dass er kurz vor dem Hungertod steht, was unser Charakter nach Annahme einer typischen "Hole zehn Brocken Fleisch"-Quest routinemäßig mit einem "Bis später" quittiert. Diese fehlende Liebe zu Detail macht es unmöglich tiefer in die Welt von "Dragon Age Inquisition" einzutauchen und ist gerade im Vergleich mit Titeln wie "The Elder Scrolls: Skyrim" ein absolutes No-Go - besonders wenn man sich die Möglichkeiten der Next-Gen-Konsolen vor Augen führt.

Trotz taktischer Kamera häufig sehr unübersichtlich sind die Kämpfe.

Trotz taktischer Kamera häufig sehr unübersichtlich sind die Kämpfe.

Der Brot-und-Butter-Inquisitor

Aber auch inhaltlich macht es "Dragon Age" dem Spieler abseits der Hauptstory nicht leicht, in die Rolle des Inquisitors zu schlüpfen. Eigentlich sollte dieser an der Spitze der Inquisition stehen und sich mit erhobenem Schwert, Bogen oder Zauberstab um finstere Dämonen, abtrünnige Templer oder irre Magier kümmern. Stattdessen versinkt man aber immer wieder im Mikromanagement, sammelt Blumen und Erz (das klappt ohne Spitzhacke, da man es einfach von der Wand pflückt) und erfüllt Mini-Quests wie das Überbringen einer Liebesbotschaft. Der Witz: Selbst mit solchen Brot-und-Butter-Missionen gewinnt man Einflusspunkte für die Inquisition, die man dann auf einer Kampagnenkarte nutzen kann, um neue Gebiete zu erkunden oder Berater auf diplomatische Missionen zu schicken, um so die Inquisition zu stärken und zu erweitern. Wirklich schlüssig ist das nicht, denn warum sollte sich eine Region der Inquisition anschließen, nur weil man einer Witwe einen Strauß Kräuter mitgebracht hat?

Nicht nur die Spielwelt, auch das Kampfsystem überzeugt nicht immer: Zwar ist die in "Dragon Age 2" so schmerzlich vermisste taktische Kamera - die das Spiel pausiert und es ermöglicht Befehle an die Mitspieler zu geben - wieder mit dabei, doch sowohl der Taktische- als auch der klassische Echtzeit- Kampf wirken allzu oft unübersichtlich. Hinzu kommt, dass man die meisten Gegner auf einer entsprechenden Stufe ganz einfach ohne den Einsatz von Spezialfähigkeiten besiegen kann, indem man einfach die Taste für den Standardangriff gedrückt hält.

Fazit: Nichts für echte Rollenspieler

Wer die Vorgänger gespielt hat, bekommt mit "Dragon Age Inquisition" sicher den bisher besten Teil der Reihe serviert. Die neue Spielwelt ist riesig, die Haupthandlung erneut packend inszeniert und die unzähligen Handlungsmöglichkeiten und Nebenschauplätze bieten Raum für stundenlangen Spielspaß. Zudem trifft man immer wieder auf Charaktere und Orte, die bereits aus den beiden Vorgängern bekannt sind. Leider ist es nicht möglich, die Entscheidungen aus alten Spielständen a lá "Mass Effect" einfach in den neuen Teil zu übernehmen. Wer nahtlos an alte Zeiten anknüpfen will, muss online im sogenannten "Dragon Age Keep" alle Entscheidungen der Vorgänger erneut treffen. Das kostet Zeit und ist einfach nur frustrierend. Sobald man sich aber (mit oder ohne vorherigen Entscheidungen) ins Spiel gestürzt hat, fühlt man sich gleich wie Zuhause und kommt in puncto Spielspaß auf seine Kosten.

Wer sich aber ein tiefergehendes Rollenspielerlebnis erhofft, wird von "Dragon Age Inquisition" enttäuscht sein. Die Entwickler haben zu wenig Liebe zum Detail beweisen, um eine wirklich lebendige Welt zu schaffen. Auch die Identifikation mit der Rolle des Inquisitors fällt aufgrund der vielen Brot-und-Butter-Aufgaben schwer. Den Entwicklern ist es leider nicht gelungen aus dem großen Potenzial von "Dragon Age Inquisition" einen echten Hit zu machen. So wirkt der Titel wie der Fantasyfilm "Der Hobbit" ohne den magischen Ring: Die Landschaftsaufnahmen sehen gut aus und die gefährliche Reise der Hauptdarsteller ist spannend, am Ende fehlt aber die Bedrohung, die alles zerstören kann - das besondere Etwas eben.

Hersteller/VertriebElectronic Arts
GenreRollenspiel
PlattformXbox 360, Xbox One, PS 3, PS 4, PC
Preisrund 60 Euro
Altersfreigabeab 16 Jahren
Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.