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Grünes Licht für Telekom: Bundesnetzagentur ebnet Weg für schnelles Internet

Die Deutsche Telekom kann in Städten und Ballungszentren den Ausbau ihres Breitbandnetzes vorantreiben. Die Bundesnetzagentur gestattete dem Bonner Konzern die Aufrüstung des Netzes.

Die Bundesnetzagentur hat einem Zeitungsbericht zufolge den von der Telekom geplanten Breitband-Netzausbau unter Bedingungen genehmigt. Ein Technikmonopol für das Unternehmen bei der neuen Übertragungstechnik "Vectoring" sei damit allerdings nicht verbunden, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montagabend vorab. Die Netzagentur wollte sich zu dem Bericht nicht äußern, kündigte aber für Dienstag den "Entwurf einer Regulierungsentscheidung" zu dem Thema an. Auch die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab.

"Vectoring" soll die Übertragungsgeschwindigkeit des existierenden VDSL-Netzes der Telekom deutlich steigern - und den Kabelnetzbetreibern wie Kabel Deutschland Einhalt gebieten, die der Telekom mit aggressiven Preisen und schnellen Anschlüssen Internet-Kunden abjagen.

Kampf der Telekom-Konkurrenten

Über die Nutzung des schnellen Datenanschlusses streiten Telekom und Wettbewerber seit Monaten. Die Telekom-Konkurrenten fürchten, durch die neue Technik vom Breitbandwachstum ausgeschlossen zu werden.

Die Zeitung berichtete, die von der Telekom gewünschte alleinige Kontrolle über die Teilnehmeranschlussleitungen vom Schaltverteiler bis zum Kunden gestehe ihr die Agentur nur dort zu, wo 75 Prozent der Gebäude an ein Fernseh- oder Glasfaserkabel angeschlossen seien, die Verbraucher also eine Alternative zum Netz der Telekom hätten. Außerdem müsse die Telekom im betreffenden Ortsnetzbereich mehr schnelle Internet-Anschlüsse haben als die Konkurrenz - und anderen Anbietern eine Mitnutzung der schnellen neuen Leitungen ermöglichen.

Die Bedingungen gälten in gleicher Weise für Telekom-Konkurrenten, die ihrerseits in "Vectoring" investierten. So sei sichergestellt, dass es keine "Gebietsmonopole" gebe, sagte Netzagentur-Chef Jochen Homann der Zeitung. "Für den Netzausbau auf dem Land gilt die Maxime: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", sagte er.

ds/DPA/Reuters / DPA / Reuters