HOME

Grundigs Erben: Kleine Auswahl, große Klangtreue

Die Massenprodukte der Unterhaltungselektronik kommen schon lange aus Asien. Doch eine Reihe deutscher Unternehmen behauptet sich nach wie vor am Markt. Einer von ihnen: der Kabelhersteller Oehlbach.

Von Heimo Fischer, Stutensee

Kunststoff umhüllt das Kabel. Der Innenleiter aus sauerstofffreiem Kupfer ist versilbert, die Steckkontakte mit 24-Karat-Gold umlegt. "Das leitet besser als jedes andere Metall", sagt Manfred Oehlbach und streicht über das Scartkabel, mit dem seine Kunden gediegene DVD-Spieler, Plasmafernseher oder Projektoren anschließen. Deutlich über 100 Euro kann so ein drei Meter langes Verbindungselement kosten. Doch das ist Oehlbachs Kunden egal. Sie sind kompromisslose Klangfanatiker und bereit, dafür zu zahlen.

In der Unterhaltungselektronik ist der Name seit 35 Jahren eine feste Größe. Angefangen haben der Chef und seine Frau 1974 in einem alten Bauernhaus bei Bruchsal. Heute stehen die Hallen in einem Gewerbegebiet, gut erreichbar für Lastwagen nahe der Autobahn 5. Seine Kabel liegen längst nicht mehr nur im Fachhandel. Unter eingefleischten Hifi-Fans weckt der Name Oehlbach Leidenschaft. In Internetforen streiten Nutzer darüber, ob die Kabel ihr Geld wert sind. Daran besteht für Oehlbach nicht der geringste Zweifel. Wer eine gute Anlage habe, so der Chef, müsse auch in die Kabel investieren. Sonst bleibe selbst die Klangtreue bester Geräte unter ihrem Leistungsvermögen.

Das teuerste Produkt aus dem Hause Oehlbach ist ein Satz Hifi-Kabel: Der Kupferdraht im Innern ist gegossen und nicht wie üblich gezogen. Dadurch verbessert sich die Struktur und auch der Klang. Nichts für Arme. Ein Kabelpaar, je drei Meter lang, kostet 3000 Euro.

Der ehemalige Vertreter und Hifi-Fachberater setzt auf weniger, aber exklusive Kunden. "Eine Riesenfirma wollte ich ohnehin nie führen." Auch mit 60 Jahren führt er seine 33 Mitarbeiter wie einen Familienbetrieb. Man kennt sich, grüßt und plaudert miteinander. So einfach wie der Umgang miteinander, ist auch das Marketingkonzept des Unternehmens. "Wir haben von Anfang an auf Qualität und auf unsere Marke gesetzt", sagt Oehlbach. Anders als große Konkurrenten wie Hama hat das badische Unternehmen kein Vollsortiment, sondern vergleichsweise wenig Produkte im Angebot.

Und die wenigen Kunden sollen auf Dauer bei Oehlbach bleiben. 30 Jahre Garantie gibt es auf alle Produkte des Hauses. Das unauffällige Konzept wirkt. In den Anfangsjahren gab es die Kabel nur im Fachhandel. Langsam wurden die Kreise größer.

"Kein Schuss darf danebengehen"

Aber das Geld verdient sich nicht mehr so einfach wie früher. Denn die Produktzyklen werden schneller, alle paar Jahre braucht Oehlbach eine zündende Idee, um im Rennen zu bleiben. "Kein Schuss darf danebengehen." Eine einzige Fehlentwicklung kann seine Firma, die er über Jahrzehnte aufgebaut hat, in die Knie zwingen.

Was waren das früher für Zeiten! Als Oehlbach einen Bilanzgewinn von 2 Mio. Euro machte - bei 10 Mio. Euro Umsatz. Heute sitzen ihm weltweit 60 Konkurrenten im Nacken. Die wachsenden Sorgen ließen ihn schlecht schlafen. "Ich habe mir gesagt, ich muss etwas ändern." Vor zwei Jahren verkaufte er sein Unternehmen an den US-Konzern Audiovox. Geteiltes Risiko ist halbes Risiko. Seitdem schläft Oehlbach besser. Ironie der Geschichte: Kaum war die Tinte unter dem Vertrag trocken, brach die Finanzkrise los.

Der Markt bewegt sich weiter. Moderne HDMI-Kabel machen bereits einen großen Teil des Sortiments von Oehlbach aus. Was werden die Kunden von morgen verlangen? Oehlbach muss es heute schon wissen. Immer auf der Suche ist der leicht untersetzte Mann, der die Treppen hochhüpft wie ein 20-Jähriger, ohne aus der Puste zu kommen. Gerade plant er ein neues Programm für Hausbauer. Die können sich Leitungen für Video, Hifi und Computer unter Putz legen lassen.

Vergoldete Autobatterieklemmen

Eine Nase für Trends hatte Oehlbach schon in den 80er Jahren, als er die Hälfte des Umsatzes mit Auto-Hifi machte. Es war die Zeit, in der richtige Männer an ihrem Golf II rumschraubten. Selbst wenn der Wagen nur 500 DM wert war, die Musikanlage kostete das Vielfache. Oehlbach zeigt ein Paar vergoldeter Autobatterieklemmen, die ihm von damals geblieben sind. Ein Satz der limitierten Edition mit Seriennummer und eingravierter Oehlbach-Signatur kostete damals 350 DM. Er hat 1000 Stück davon verkauft.

Einen Teil seines Sortiments lässt Oehlbach in China fertigen. Ein weiterer kommt aus der Schweiz. Die Waren werden fertig verschnürt ins Lager geliefert. Einzelteile gehen nur in die firmeneigene Werkstatt. Dort können sich Kunden Kabel maßanfertigen lassen.

Das Unternehmen ist auf Kurs. Doch Oehlbach will nicht mehr lange an Bord bleiben. Was fehlt, ist ein Nachfolger. Auf einem restaurierten Bauernhof im Schwarzwald will sich der Chef mit seiner Frau zur Ruhe setzen. Das Leben genießen.Und nur noch etwas arbeiten. Ein Hobby hat er schon: Obst züchten und Schnaps brennen. Den Alkohol will er später mal verkaufen. Es soll natürlich der beste Schnaps weit und breit werden - nur für exklusive Kunden.

FTD
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.