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Klassiker aus den 80ern Sony legt den Walkman neu auf – aber anders, als viele Fans erwarten

Die beiden neuen Walkman-Modelle sollen Hifi-Fans ansprechen
Die beiden neuen Walkman-Modelle sollen Hifi-Fans ansprechen
© Sony / PR
Mit dem legendären Walkman machte Sony damals Musik allgegenwärtig. Jetzt hat der Konzern gleich zwei neue Modelle angekündigt. Fans von Kassetten werden aber enttäuscht.

Es war das ultimative Zeichen von Coolness: Wer in den Achtziger Jahren mit Kopfhörern auf den Ohren durch die Stadt schlenderte, hatte nicht nur seinen eigenen Soundtrack auf den Ohren. Einen Walkman zu besitzen, war damals noch ein Statement. Nun hat Hersteller Sony den ikonischen tragbaren Musikspieler neu aufgelegt - in gleich zwei neuen Varianten.

Die schlechte Nachricht für Fans von Kassetten und Lo-Fi gleich vorab: Anders als die legendären Namensvettern setzen der Sony Walkman NW-A306 und das nur in Japan erhältliche Edel-Modell NW-ZX700 nicht auf Kassetten. Stattdessen handelt es sich im Prinzip um MP3-Player mit dem Betriebssystem Android 12. Allerdings um ziemlich gute.

Wer braucht noch einen Walkman?

Das erklärt auch die durchaus berechtigte Frage, wem Sony im Zeitalter des allgegenwärtigen Smartphones noch ein auf das Abspielen von Musik spezialisiertes Zusatzgerät verkaufen möchte. Die beiden neuen Walkman-Modelle bieten nicht nur die Möglichkeit, sie dank zahlreicher Tasten auch in der Hosentasche bedienen zu können. Sie richten sich Dank diverser Funktionen klar an anspruchsvolle Musikhörer und Hifi-Fans.

Die fühlen sich bei klassischen MP3-Playern oft unbefriedigt. Der einfache Grund: Weil die Musik bei MP3-Dateien komprimiert wird, leidet auch immer die Klangqualität. Dabei geht das auch anders. Formate wie FLAC oder Apple Lossless versprechen Musikgenuss ohne Verlust. Unter dem Label Highres Audio wird sogar eine Qualität versprochen, die höher als bei CDs ist.

Auch die neuen Walkman versprechen eine solch hohe Qualität. Sony bewirbt die Geräte mit seinem Siegel Hi-Res Audio. So werden komprimierte Songs per künstlicher Intelligenz hochgerechnet und im Klang verbessert. Natürlich werden auch verlustfreie Formate unterstützt. Die Musik lässt sich direkt auf dem Gerät speichern, wer möchte kann den Speicher auch per SD-Karte erweitern. Aber auch Streaming-Nutzer können die beiden Walkman genießen - wenn auch mit einer deutlichen Einschränkung. Per Internet können sich die Geräte nur per Wlan verbinden, eine Mobilfunkverbindung fehlt. Unterstützte Streamingdienste umfassen unter anderem Spotify, Deezer und Tidal. Toll: Bei letzterem werden auch die angebotenen Master-Aufnahmen in Studio-Qualität unterstützt. 

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Große Unterschiede bei Features und Preisen

Wie gut die dann klingt, unterscheidet sich auch zwischen den beiden Geräten. Der mit einem UVP von 399 Euro schon nicht sehr günstige Walkman NW-A306 richtet sich vor allem an Verbraucher. Das Display ist mit 3,6 Zoll eher klein geraten, auch der mitgelieferte Speicher ist mit 32 GB eher klein. Die Laufzeit gibt Sony mit bis zu 36 Stunden bei Flac-Daten an, gestreamt dürfte sie sinken. Kopfhörer verbindet man entweder per klassischem Klinkenanschluss oder über eine besonders schnelle Bluetooth-Verbindung. 

Das Edelmodell Walkman NW-ZX700 hat da schon mehr zu bieten. Das Display fällt mit 5 Zoll deutlich größer aus, der Speicher mit 64 GB ebenfalls. Noch wichtiger ist aber das zusätzliche Audio-Equipment. Der ZX700 bringt mit dem S-Master HX einen speziellen Chip mit, der als digitaler Verstärker dient. Und so die digitalen Aufnahmen auf analogen Ausgabegeräten noch besser klingen lassen soll. Das ist vor allem wegen eines weiteren Features spannend: Neben der Klinkenbuchse in 3,5 mm gibt es einer weitere in 4,4 mm, um High-End-Audioequipment anschließen zu können. Das macht das Gerät auch für Profis und Hi-Fi-Fanatiker interessant. Die Nachteile: Das Gerät ist mit 1,7 Zentimeter unerwartet dick, trotzdem hat es nur eine Laufzeit bis zu 23 Stunden. Zu guter Letzt ist da der Preis: Das bislang nur in Japan angebotene Gerät kostet satte 104.500 Yen, das entspricht etwa 750 Euro.

Damit ist es aber immer noch nicht der teuerste Walkman: Schon 2017 hatte Sony mit dem NW-WM1Z eine Neuauflage in Gold vorgestellt - für sagenhafte 3300 Euro ().

Quelle:Sony

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