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Einstweilige Verfügung Sie wollte in sein Zuhause und schickte Fotos einer Pistole: Apple-Chef Tim Cook wehrt sich gegen Stalkerin

Unter CEO Tim Cook positioniert sich Apple immer klarer als Verfechter der Privatsphäre
Nicht nur für seine Kunden legt Apple-Chef Tim Cook viel Wert auf Privatsphäre. Der Apple-CEO gilt privat als zurückgezogen
© Apple / PR
Apple hat eine einstweilige Verfügung gegen eine Frau aus Virginia erwirkt. Sie soll CEO Tim Cook physisch und im Internet versucht haben zu bedrängen. Und sie scheint bewaffnet zu sein.

Wenn man der Chef des wertvollsten Unternehmens der Welt ist, bekommt man eine Menge Aufmerksamkeit, auf die man vielleicht lieber verzichten würde. Apple-CEO Tim Cook musste sich offenbar gegen eine besonders unangenehme Art zur Wehr setzen: Eine Frau scheint regelrecht besessen von ihm zu sein. Und schreckte auch nicht vor ausgesprochen bedrohlichem Verhalten zurück.

Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die am Montag veröffentlicht wurden. Demzufolge hatte Apple eine Einstweilige Verfügung gegen die Frau erwirken können. Und berichtet im Antrag von Unmengen unerwünschter Kontakt-Aufnahmen, bedrohlichen Gesten und sogar unerwünschten Besuchen.

Droh-Mails und sexuelle Avancen

Die angeklagte Frau aus dem Bundesstaat Virginia hatte bei Twitter angefangen, den Apple-Chef digital zu stalken. Sie nannte sich selbst ebenfalls Cook, behauptete die Ehefrau des offen homosexuellen Konzernchefs zu sein und zwei Kinder von ihm zu haben. Dann habe sie begonnen, Cook E-Mails an seine Firmenadresse zu schicken.

Innerhalb von zwei Wochen hatte sie 200 Mails geschickt, der Ton sei zunehmend eskaliert, als auf sexuelle Avancen ihrerseit nicht eingegangen wurde. "Es wurde bedrohlich und hochgradig verstörend", heißt es in dem Antrag. Am Höhepunkt habe sie geäußert, dass ihre Geduld "fast am Ende" sei. Einige E-Mails enthielten Fotos eines Revolvers und von Patronen.

Unerwünschter Besuch

Doch es blieb nicht bei digitalen Worten und Drohungen. Nach Angaben der lokalen Polizei soll eine Frau am 22. Oktober 2020 an Cooks Wohnung in Palo Alto aufgetaucht sein und den Sicherheitsdienst aufgefordert haben, sie zu Cook zu lassen. Auf Bitten zu gehen, soll sie zunächst reagiert haben, dann aber später zurückgekehrt sein. Die Polizei habe sie dann beim "Versuch zu fliehen" gehindert. Sie habe ausgesagt, sie habe eine Wohnung in der Stadt und könnte "gewalttätig werden", berichtet die Polizei. Eine Waffe wurde beim Durchsuchen des Porsches, mit dem sie offenbar aus Virginia nach Kalifornien gefahren war, aber nicht gefunden. 

Nur um Cook selbst scheint es der 45-Jährigen aber nicht zu gehen. Sie hatte auch Hoffnung, einen finanziellen Vorteil daraus zu ziehen. So bat sie den CEO, doch bei ihm einziehen zu dürfen, forderte in einer ihrer letzten Mails kurz vor Weihnachten 2020, dass er ihr 100 Millionen Dollar überweisen soll. Zudem gründete sie mehrere falsche Firmen in Kalifornien, Virginia und New York, in den Unterlagen nannte sie den Apple-Chef als Firmenchef oder Teil der Führung. 

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Kontaktverbot

Die einstweilige Verfügung verbietet ihr nun, sich Cook oder anderen Angestellten Apples zu nähern sowie das Grundstück des Apple-Chefs und sämtliche Firmengelände des Konzerns zu betreten. Auch das Führen von Schusswaffen wurde ihr untersagt.

Wie akut die Ordnungskräfte die Gefahr bewerten, ist nicht bekannt. Es gebe keine aktiven Ermittlungen gegen die Frau, sagte die Polizei Palo Alto der Lokalzeitung "Mercury News". Ein ehemaliger Staatsanwalt aus der Region betonte, die Gerichte tendierten zwar dazu, "lieber zu vorsichtig zu sein", würden solche Verfügungen aber nur verhängen, wenn sie tatsächlich eine Möglichkeit sähen, dass die Drohungen auch wahr gemacht werden könnten. Apple wollte sich auf Nachfrage unterschiedlicher Medien nicht zu dem Fall äußern, auch die Frage nach dem Schutz seiner Führungsmitglieder blieben unbeantwortet.

Quelle:Mercury News


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