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Irres Versehen: 80 Millionen Euro in Bitcoin landen auf einer Müllhalde - und keiner darf danach graben

Vor vier Jahren warf James Howells eine Festplatte mit Bitcoin weg. Mittlerweile sind sie knapp 80 Millionen Euro wert - und Howells kämpft verzweifelt darum, die Platte suchen zu dürfen. Doch die Stadt will davon nichts hören.

Bitcoin Müllhalde

Die Bitcoin dürften unter Hunderttausenden Tonnen Müll liegen (Symbolbild)

Die Entscheidung wird ihn wohl sein ganzes Leben verfolgen: Als James Howells 2013 umzog, sortierte er auch einige Sachen aus - und warf unter anderem eine alte Laptop-Festplatte weg. Erst später fiel ihm ein, dass sich darauf eine digitale Brieftasche mit Bitcoin befand. Als er die Festplatte 2010 in einer Schublade verstaute, waren die 7500 Bitcoin praktisch wertlos. Heute würden sie etwa 80 Millionen Euro einbringen. Doch Howells wird sie wohl nie wieder bekommen.

Dabei kämpft der 32-Jährige seit vier Jahren darum, wenigstens nach der Platte suchen zu dürfen. Doch die Stadt Newport City, die auch für die örtliche Müllhalde verantwortlich ist, stellt sich quer. Howells sei mehrfach mitgeteilt worden, dass er nicht nach der Platte graben dürfe, teilte ein Sprecher der Stadt der lokalen Nachrichtenseite "Wales Online" mit. Dabei hatte Howells der Stadt sogar 10 Prozent des Geldes versprochen.

Bitcoin im Höhenflug

Schon 2013, als das erste Mal Medien über den Fall berichteten, hatte Howells verzweifelt versucht, an die Bitcoin im Wert von damals knapp 750.000 Euro zu kommen. Seitdem ist der Preis eines Bitcoin von 100 auf 11.000 Euro gestiegen. Doch die Stadt bleibt hart. Howells ist sicher: Dem Stadtrat ist gar nicht klar, worum es eigentlich geht. "Sie haben kein Interesse zu helfen, weil die Verantwortlichen mir nie die Chance gaben, ihnen die Situation zu erklären", sagt er "Wales Online".

Obwohl die Platte wohl unter Hunderttausenden Tonnen von Müll liegt, konnte er Investoren auftreiben, die ihm die Suche finanzieren würden. Die Geldgeber würden auch eine Sicherheit für die Stadt hinterlegen. "Ich versprach ihnen, dass wir beim Graben alle Sicherheitsregeln einhalten und außerdem den alten Zustand wiederherstellen werden." Er ist überzeugt: "Es ist zu schaffen. Und es wäre auch sicher - sie wollen es bloß nicht."

Winklevoss Facebook Zuckerberg

Stadt gegen Beinahe-Millionär

Die Stadt Newport sieht das anders. Man befürchte, dass es durch die Grabungen zu Umweltschäden kommen könne. Zudem sei der Zutritt für Privatpersonen auf der Müllhalde und Grabungen nach verlorenen Gegenständen unter der aktuellen Rechtslage gar nicht möglich, erklärte ein Sprecher der Stadt gegenüber der Webseite. "Die Kosten der Grabung selbst, der Aufbewahrung und Behandlung des Mülls könnten in die Millionen gehen - ohne eine Garantie, dass die Hardware gefunden wird und überhaupt noch funktioniert."

Keine guten Aussichten für Howells, an seine Bitcoin zu kommen. In einem Tweet überlegte er nun, für den Stadtrat zu kandidieren - mit dem Wahlversprechen, die Hälfte seiner Bitcoin der Stadt zu spenden. Seiner Ansicht nach handelt die Stadt unverantwortlich. "Wie kann man 100 Millionen im Boden liegen lassen, wenn links und rechts gespart werden muss?"


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