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Breitband-Initiative: Gegen den DSL-Notstand in der Pampa

Über 2200 Gemeinden in Deutschland haben derzeit keinen Zugang zum schnellen Internetanschluss. Dagegen möchten jetzt die Telekom-Konkurrenten angehen und auch die restlichen DSL-Lücken in abgelegenen Ortschaften schließen.

Die Wettbewerber der Deutschen Telekom wollen noch bestehende "weiße Flecken" bei der Breitbandversorgung beseitigen. Dazu sei mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund sowie dem Deutschen Landkreistag ein Aktionsbündnis geschlossen worden, sagte ein Sprecher Branchenverbands VATM in Köln. In einer ersten Phase sollen die Regionen ermittelt werden, in denen die Menschen noch keinen schnellen Internetzugang haben.

Im zweiten Schritt will der Verband zusammen mit den betroffenen Gemeinden erörtern, wie die Lücken in der Breitbandversorgung geschlossen werden können. "Über 2200 Gemeinden haben derzeit keinen Zugang zu schnellen Internetanschlüssen", sagte der VATM- Sprecher. Betroffen sind vor allem abgelegene Ortschaften, bei denen sich ein Anschluss an das DSL-Netz der Deutschen Telekom oder das eines Wettbewerbers wirtschaftlich nicht rechnet. Die Unternehmen haben in den vergangenen Jahren zwar massiv in den Ausbau ihrer DSL- Infrastruktur investiert, haben sich dabei aber auf Ballungsgebiete fokussiert.

Wimax und DSL über Satellit als Alternativen

"Wenn es gelingt, alle Kräfte zu bündeln und mit bereits bestehenden Bestrebungen auf Bundes- und Landesebene zu koordinieren, sollten innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate 90 Prozent der nicht versorgten Gemeinden einen Zugang zum schnellen Internet bekommen können", sagte Jürgen Grützner, Geschäftsführer des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM). Nötig sei eine Mischung verschiedener Anschlusstechnologien. Als Alternativen zu den schnellen Kabel- und DSL-Netzen gelten Wimax und DSL über Satellit.

Der Druck auf Telekomanbieter und Politik ist in den vergangenen Monaten gestiegen, da die unterversorgten Gemeinden wirtschaftliche Nachteile befürchten. "Die Gemeinden leiden aufgrund der Abwanderung ihrer Gewerbetreibenden und Wertverlust von Immobilien und Grundstücken", sagte Grützner. Die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen ist deutlich angezogen - für dieses Jahr rechnen Experten mit vier bis fünf Millionen Neukunden. Zum Jahresende würden damit zwischen 18 und 19 Millionen Haushalte über einen schnellen Internetzugang verfügen.

DPA / DPA