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Banking: IT-Fehler stürzt Commerzbank ins Chaos und macht den Kunden Riesenärger

Acht Stunden lang fielen gestern bei der Commerzbank die IT-Systeme aus. Sehr zum Leidwesen der Kunden: Sämtliche Überweisungen und Daueraufträge fielen aus. Und bei manchen kam es sogar noch schlimmer.

Die Commerzbank kämpfte in der Nacht vom Sonntag in den Montag mit IT-Problemen

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Es gibt wohl wenige Dinge, auf die man sich so sehr verlassen können muss, wie auf seine Bank. Schließlich geht es ums Geld - und das muss zuverlässig hin- und herbewegt werden. Genau hier hat die Commerzbank am Montag auf ganzer Linie versagt: Acht Stunden lang lagen bei der Bank wegen IT-Problemen die Dienste still. Mit den Folgen dürften vor allem die Kunden noch länger zu kämpfen haben.

Die Panne betraf alle Arten von Zahlungsaufträgen, von Daueraufträgen, Überweisungen bis zu Abbuchungen durch andere Institute. Der Ausfall dauerte nach Angabe der Bank von Montagnacht 0 Uhr bis etwa 8 Uhr 30 am Morgen. Wie viele Kunden konkret betroffen waren, könne man nicht sagen, erklärte ein Sprecher der Bank gegenüber der "DPA". Es handle sich um alle Konten mit der Nummer 4 an der achten Stelle der IBAN-Nummer.

Kunden müssen sich selbst kümmern

Viele Kunden dürften noch länger mit den Folgen zu tun haben. Der Ausfall fiel genau in den Monatsanfang, wenn Mieten und Rechnungen abgehen und das Gehalt auf dem Konto ankommen soll. Zwar gibt die Bank an, die durch den Ausfall verzögerten Überweisungen weitgehend ausgeführt zu haben. Trotzdem könnte der Ausfall der Zahlungen aber natürlich bereits ein Mahnverfahren ausgelöst haben. Ob anfallende Mahngebühren übernommen werden, ist nicht klar.

Für weiteren Ärger dürften aber andere Geldinstitute sorgen: Alle Überweisungen und Abbuchungen durch andere Banken, etwa durch Einzugsermächtigungen, wurden bei den betroffenen Konten ebenfalls abgelehnt, diese kann die Commerzbank aber nicht selbst erneut anstoßen. Die Kunden müssen sich also selbst darum kümmern, wenn das Gehalt nicht auf dem Konto ankam oder die Handy- oder Online-Shopping-Rechnung nicht abgebucht werden konnten. 

Dabei könnte vor allem zum Problem werden, dass einige Banken wohl die Meldung erhielten, dass die betroffenen Konten gar nicht existierten. Im Zweifel dürften dann sofort Mahnverfahren eingeleitet werden, auch die Schufa der Betroffenen kann leiden. Twitter-Nutzer "ResulBalboa" berichtet von einem ähnlich akuten Problem: "Bei Paypal wurde mein Konto gelöscht und nun bin ich bei @PayPalDE im Minus. Ich kann aber mein Konto nicht wieder einfügen in Paypal. Was soll ich tun?" twitterte er in Richtung der Commerzbank. In der Antwort versicherte die Bank, man werde wegen des Problems auf Paypal zugehen. In anderen Fällen sollen sich die Kunden aber selbst an die anderen Banken wenden.

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