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Starlink Elon Musk will sein Satelliten-Internet nicht für Russen sperren – so erklärt er die Entscheidung

Elon Musk veröffentlichte einen Tweet mit den Worten "Der Starlink-Service ist jetzt aktiv in der Ukraine"
Elon Musk verteidigt bei Starlink die Redefreiheit
© Susan Walsh / DPA
Mit Starlink bietet Elon Musk Satelliten-Internet für die ganze Welt. Und auch russische Medien wird es weiter darüber geben, stellte er gerade klar. Für Musk geht es ums Prinzip.

Es ist ein Projekt, wie man es von Tesla-Gründer Elon Musk gewohnt ist: Sein Unternehmen Starlink will er über Tausende von Satelliten die ganze Welt mit dem Internet verbinden. Ein klares Statement zum Ukraine-Konflikt zeigt nun, was einer der Beweggründe dafür sein dürfte.

Er sei von einigen Regierungen gebeten worden, über Starlink die Verbreitung russischer Nachrichten-Quellen zu unterbinden, berichtete Musk am Samstagmorgen auf seinem Twitter-Account. Und stellte im selben Atemzug klar, wie er und das Unternehmen zu dem Vorschlag stehen: "Wir werden das auf keinen Fall machen – wenn wir nicht mit der Pistole bedroht werden."

Musk stellt Redefreiheit über alles

Für den Selfmade-Milliardär ist die Entscheidung offenbar schlicht keine Frage gewesen: Für ihn ist die Redefreiheit klar das höchste Gut. Oder wie er selbst schreibt: "Tut mir leid, dass ich bei der Rede Freiheit Absolutist bin."

Mit der Ansicht ist Musk nicht alleine. Auch die für die Organisation der Internetadressen verantwortliche ICANN hatte diese Woche Forderungen erhalten, den russischen Adress-Raum aus dem Internet zu entfernen. Und diese entschieden zurückgewiesen (hier erfahren Sie mehr).

Es geht ums Prinzip

Die Idee der beiden Ablehnungen ist jeweils die gleiche. Eines der wichtigsten Merkmale des Internets ist die Freiheit, jederzeit Unmengen verschiedener Meinungen und Blickwinkel ausdrücken und abrufen zu können. Würde man einzelnen Staaten erlauben, diese Möglichkeit in Krisensituationen oder aus politischen Motiven einzuschränken, würde dieser Präzedenzfall schnell Nachahmer nach sich ziehen. Und das Internet würde sich im Laufe verändern.

Die Situation ist dabei eine andere, als wenn geltendes Recht in einem Land gebrochen würde. Selbst in Deutschland, wo bestimmte Meinungen etwa als volksverhetzend strafbar sind, gelten diese Regelungen nur für deutsche Seiten. Würde man diese aber bei der Internet-Infrastruktur wie bei Starlink blockieren, hätte das erheblich weitere Folgen.

Entsprechend schnell wurden auch Stimmen laut, die vor einer solchen Abschaltung warnten. Sollte das russische Internet oder auch nur die Nachrichtenseiten blockiert werden, würde das dazu führen, dass ein wichtiger Betrachtungswinkel – nämlich der russische – fehle. 

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Musk hilft sonst gern

Dass es Musk in diesem Fall ums Prinzip geht, zeigt sein sonstiger Umgang mit der Krise. Als Starlink von der ukrainischen Regierung um Unterstützung gebeten wurde, setzte das Unternehmen schnell alle Hebel in Bewegung, das Land mit Satellitenschüsseln zu unterstützen. Die Anfrage zur Abschaltung sei aber ohnehin von außen gekommen, so Musk. Schon in seinem Tweet machte er klar, nicht von der Ukraine um die Abschaltung gebeten worden zu sein.

Quelle:Twitter


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