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Falschmeldung: Hacker erklären Bahnstreik für beendet

Für kurze Zeit war der Tarifkonflikt der Lokführergewerkschaft GDL mit der Bahn beendet. Es sei eine Einigung erzielt worden, hieß es auf der Homepage. Doch der Lichtblick für Bahn, Lokführer und Reisende zerschlug sich schnell.

Computer-Hacker haben am Mittwochmorgen "auf dem kurzen Dienstweg" den Tarifkonflikt um die Lokführer geschlichtet. Sehr zum Missfallen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) stellten sie auf deren Homepage den Text ein: "Auf dem kurzen Dienstweg: GDL einigt sich mit der Deutschen Bahn". Die angebliche GDL-Pressemitteilung passte optisch bestens zum Internetauftritt der Gewerkschaft und schloss mit dem Satz: "Weitere Warnstreiks wird es auf keinen Fall geben."

"Vergessen Sie es! Das war ein Hacker. Wir bemühen uns gerade, das von der Seite zu entfernen", sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Mittwochmorgen der Nachrichtenagentur Reuters. Auch die Deutsche Bahn widersprach umgehend der Darstellung, es gebe eine Einigung. "Nein", antwortete ein Sprecher auf eine entsprechende Frage. "Die kriminellen Täter werden von der GDL strafrechtlich verfolgt", sagte Seibert.

Im Tarifkonflikt mit der Bahn will die Gewerkschaft die Lokführer ab Donnerstag zu neuen Streiks aufrufen. Mit einer Lahmlegung des Regional- und Nahverkehrs will, die Gewerkschaft ihrer Forderung nach 31 Prozent mehr Lohn Nachdruck zu verleihen.

DPA/Reuters / DPA / Reuters