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Ins Netz gegangen Cooler können Musikvideos kaum sein


Mithilfe ihrer loyalen Fans und einem Haufen Webcams hat die japanische Band Sour ein spektakuläres Musikvideo erschaffen. Der Clip zu dem Song "Hibi no neiro" verblüfft Blogger auf aller Welt und entwickelt sich zum Hit auf Youtube.

Auf den ersten Blick wirkt es wie ein weiteres Amateurprojekt aus dem Internet: Junge Menschen aus aller Welt hampeln und gestikulieren vor ihren Webcams herum, mal mehr, mal weniger im Takt mit der im Hintergrund spielenden Musik. Doch in seinem weiteren Verlauf überrascht der Musikclip mit einer brillanten optischen Idee nach der anderen. Kein Wunder, dass die Nachricht über "Hibi no neiro" - so heißt das Werk der japanischen Band Sour - gerade durch die Blogosphäre rast und das Video nach einer Woche auf dem Videoportal Youtube bereits 200.000 Mal abgerufen wurde.

Dass Musiker ihre Fans an Videos mitwirken lassen, ist nicht neu. Diese Idee schafft Nähe zur Basis und spart unter Umständen auch Kosten. Auch das japanische Gitarrenpop-Trio Sour ging für seinen neuen Song "Hibi no neiro", was grob übersetzt "Der Ton jeden Tages" bedeutet, diesen Weg. Fans auf der ganzen Welt wurden bei der Gestaltung des Clips eingespannt: Wer mitmachen wollte, musste eine vorgegebene Choreografie - eine Art Sitztanz am Schreibtisch - vor laufender Webcam vorführen. Aus den Hunderten eingesandten Beiträgen erschufen vier Regisseure eine Collage, die ihresgleichen sucht.

Anfangs werden mehrere Fans gleichzeitig eingeblendet, wie sie parallel vor ihrer Webcam die gleiche Show abziehen. So weit, so konventionell. Doch dann beginnen die Fans über ihre Videofenster hinweg miteinander zu interagieren. Sie bilden gemeinsam Figuren, reichen sich später sogar Gegenstände weiter und fotografieren sich gegenseitig. Immer mehr Videos kommen hinzu, und spätestens wenn 49 Einzelclips perfekt aufeinander abgestimmt ablaufen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ralf Sander

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