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Internetkonzern: Yahoo-Chef tritt ab

Ende eines kurzen Intermezzos: Der Chef von Yahoo, Jerry Yang, verlässt den Internetkonzern. Er war erst seit dem Sommer 2007 im Amt. Yang galt als Verhinderer der Übernahme durch Microsoft. Die Börse in den USA war froh über den Rückzug.

Der Internet-Konzern Yahoo hat den Rücktritt seines Chefs Jerry Yang angekündigt. Der Yahoo-Mitbegründer werde seinen Posten räumen, sobald das Direktorium einen Nachfolger gefunden habe, teilte das Unternehmen am Montag mit. Mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten innerhalb oder außerhalb des Konzerns wurde eine Beratungsfirma beauftragt.

Die Yahoo-Aktie legte als Reaktion auf die Mitteilung nachbörslich vier Prozent zu. Der Analyst Ross Sandler von RBC Capital Markets bezeichnete den Schritt als Chance, die überfälligen Veränderungen bei dem Konzern einzuleiten. Yang sei das Hindernis bei einer Einigung mit dem Software-Konzern Microsoft gewesen, der 47,5 Milliarden Dollar für eine Übernahme von Yahoo geboten hatte. Sein Rückzug werde Spekulationen wecken, dass Microsoft einen neuen Anlauf für die Fusion starten könnte.

Yang hatte den Chefposten bei Yahoo im Juni 2007 übernommen, um das Unternehmen aus der Krise zu führen. Stattdessen wurde ihm das Scheitern der Fusion mit Microsoft sowie einer Internet-Anzeigenkooperation mit Google angelastet, und die Aktien von Yahoo verloren seit ihrem Jahreshoch im Februar fast 65 Prozent ihres Werts. In einer E-Mail an die Beschäftigten bezeichnete Yang seinen Rückzug als gemeinsame Entscheidung mit dem Direktorium. Dessen Chef Roy Bostock werde die Suche nach einem Nachfolger leiten; er selbst werde weiterhin dem Direktorium angehören.

Reuters / Reuters