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Intime Fotos von Jennifer Lawrence: Steckt ein Schmuddelring hinter dem Nacktbild-Klau?

Ein Ring von Cyberkriminellen, die Nacktbilder von Stars miteinander im Web tauschen, soll hinter dem Hack auf Jennifer Lawrence stecken. Vergangene Fälle zeigen: Sie erwarten harte Strafen.

Von Christoph Fröhlich

Nachdem Hunderte Nacktfotos von Prominenten wie Rihanna oder Hope Solo im Netz auftauchten, fahndet nun das FBI nach den Tätern. Nähere Details gab die US-Bundespolizei bislang nicht bekannt. Laut dem US-Portal "Gawker" steckt aber möglicherweise ein Ring von Hackern dahinter, die seit Wochen - wenn nicht gar Monaten - Nacktbilder von Prominenten sammeln und auf speziellen Onlineportalen miteinander tauschen. Dem Bericht zufolge könne man dort nur Mitglied werden, in dem man selbsterbeutete Nacktfotos zur Verfügung stellt oder sich für viel Geld einkauft.

Hack dauerte mehrere Monate

Es gibt mehrere Indizien, die diese Behauptung stützen. So berichteten User des Forums "AnonIB" bereits am 26. August von "freizügigen Videos und Bildern" von Jennifer Lawrence, die im Netz kursieren. Außerdem beschrieb ein User, dass er "iClouds ausbeutet", um an die intimen Fotos zu gelangen. Mit mehr als 60 veröffentlichten Fotos ist der "Tribute von Panem"-Star Jennifer Lawrence das wohl prominenteste Opfer des "Fappening" getauften Skandals.

Am Tag nach der massenhaften Veröffentlichung der Nacktfotos schrieb ein "Anonymous" auf "AnonIB", dass nicht ein einzelner Mensch für den Datenklau veranwortlich sei. Stattdessen waren "einige Menschen daran beteiligt". Der Hack sei das "Ergebnis von vielen Monaten langer und harter Arbeit aller Beteiligten".

Apple hat iCloud-Lücke geflickt

Wie die Hacker an die Zugangsdaten der Prominenten gelangt sind, ist nicht bekannt. Möglicherweise nutzten sie manipulierte E-Mails und Trojaner, um die Zugangsdaten auszuspähen. Es häufen sich aber Hinweise, dass es aber eine Schwachstelle in Apples "Find My iPhone"-Feature der iCloud gab, durch die Hacker sich Zugriff auf die privaten Fotos der Hollywood-Stars verschaffen konnten. Durch die Lücke sei es möglich gewesen, in kurzer Zeit eine hohe Anzahl von Passwörtern für einen Account auszuprobieren (sogenannte "Brute Force"-Methode). Normalerweise sperrt Apple nach einigen fehlerhaften Zugriffen das Konto.

Apple hat die Sicherheitslücke mittlerweile geschlossen. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte dem Technologieblog "Recode": "Wir nehmen die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst und untersuchen aktiv diesen Bericht."

Schwere Strafen für Cyberkriminelle

Es ist nicht der erste Nacktfoto-Skandal. So wurde vor knapp zwei Jahren ein Mann aus Florida nach mehreren Cyberattacken auf US-Promis zu zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von 66.179 US-Dollar verurteilt. Der Mann hatte mehrere Monate lang rund 50 Stars ausspioniert, darunter Scarlett Johansson, Christina Aguilera und Mila Kunis. 2011 wurde ein damals 22-Jähriger zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt, weil er die Kreditkartendaten von mehr als 200 Menschen gestohlen und so mehr als 100.000 US-Dollar erbeutet hatte. Zugleich sorgte er für Aufsehen, weil er Miley Cyrus' Gmail-Konto knackte.

Anfang des Jahres wurde ein 19-Jähriger in den USA zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil er Kreditkartendaten und Sicherheitsinformationen zahlreicher Prominenter gestohlen hatte. Darunter befanden sich die Daten von Kim Kardashian oder Microsoft-Gründer Bill Gates.

Die Fälle aus der Vergangenheit zeigen: Sollten die Täter des jüngsten Datenklaus geschnappt werden, erwarten sie hohe Strafen.