IPTV Telekom gewinnt ARD und ZDF für Internet-TV


Die Deutsche Telekom hat nach monatelangen Verhandlungen auch die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF mit im Boot für ihr Internetfernsehen (IPTV). Vor allem technische Probleme hatten für Verzögerung gesorgt.

Die Deutsche Telekom hat sich mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF auf die Übertragung von deren Programmen über das Internet (IPTV) geeinigt. Der geschlossene Vertrag umfasse das Digitalangebot der beiden Sendeanstalten, teilte das Unternehmen in Bonn mit. Die Telekom überträgt die Programme über ihr neues Hochgeschwindigkeitsnetz VDSL, das in zehn Ballungsgebieten verfügbar ist.

In den VDSL-Ausbaugebieten seien durch die Einbindung von ARD und ZDF nun insgesamt über 100 TV-Kanäle erhältlich. "Die Entwicklung unseres IPTV-Angebots verläuft nach Plan. Das gilt für die Vertragsabschlüsse mit den Sendern wie auch für den technischen Roll-Out", sagte Vorstandsmitglied Walter Raizner der DPA. Mit der Senderfamilie ProSiebenSat.1 haben sich die Bonner bereits auf die Übertragung geeinigt, die Gespräche mit der RTL-Gruppe laufen noch.

Mit dem schnellen VDSL-Netz schafft die Telekom die Grundlage für ein Bündelangebot, das Telefon, Internet und Medieninhalte enthält. Die Programmpalette umfasst auch die Übertragung von Spielen der Fußball-Bundesliga, bei der die Telekom mit dem Bezahlsender Premiere zusammenarbeitet. Das IPTV-Angebot ist bislang in zehn deutschen Ballungsgebieten verfügbar und soll bis Jahresende rund sechs Millionen Haushalte erreichen. Für den Bau des neuen Netzes investiert die Telekom drei Milliarden Euro. Bis Mitte kommenden Jahres sollen 50 Städte mit den schnellen Internetzugängen versorgt werden.

Bisher Probleme mit der Software

ARD und ZDF hatten bisher Probleme mit der von der Telekom verwendeten Software angeführt und darauf bestanden, dass ihr Programm unverschlüsselt übertragen wird. "Wir haben jetzt den Grundstein gelegt, um unseren Zuschauern künftig auch über diesen neuen Verbreitungsweg einen einfachen und direkten Zugang zu unseren Programmangeboten zu ermöglichen", sagte ARD-Chef Thomas Gruber. Dazu sei die Verwendung des europäischen Übertragungsstandards DVB-IPI ein wesentlicher Schritt. "Auch dass unsere Programme für alle Zuschauer frei empfangbar bleiben und keine programmbezogenen Entgelte anfallen, macht uns zufrieden", ergänzte Gruber. ZDF-Intendant Markus Schächter erklärte, alle Inhalte könnten über VDSL unverschlüsselt und ohne Zusatzentgelt empfangen werden.

DPA/Reuters DPA Reuters

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