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Kolumne - Neulich im Netz: Netzwerke am Rande des Gruselkabinetts

Dank der Zeiten, in denen es nicht mehr allen "supi", "dufte" und "einfach blendend" geht, sondern manchmal eben "am liebsten gut" oder "jetzt wieder leichter", wachsen Netzwerke. Menschen merken, dass sie in Teams, Freundeskreisen oder anderen Formen der Gemeinschaft weiter kommen. Was liegt näher, als hierfür das Internet zu nutzen. Ein besonders stark expandierendes Beispiel ist OpenBC, BC steht für Business Club.

Dank der Zeiten, in denen es nicht mehr allen "supi", "dufte" und "einfach blendend" geht, sondern manchmal eben "am liebsten gut" oder "jetzt wieder leichter", wachsen Netzwerke. Menschen merken, dass sie in Teams, Freundeskreisen oder anderen Formen der Gemeinschaft weiter kommen. Was liegt näher, als hierfür das Internet zu nutzen - virtuelle Netzwerke sind schnell, belastbar, lustig. Ein besonders stark expandierendes Beispiel ist OpenBC, BC steht für Business Club.

Geschwalle on demand

So ein Netz-Forum ist eine wunderbare Sache und macht viel Spaß - vorausgesetzt, man liest vorher nicht die Eigendefinition zum Abgewöhnen. Denn das klingt nach Überdosis Alkopops: "Die erste deutschsprachige Online-Kontaktbörse für Business-Professionals, die schnell, offen und unkompliziert Business-Kontakte on demand liefert!" In Wahrheit ist OpenBC Kontakt-Sushi für arbeitslose Berufsgruppen, die sich dort häufen: Mittlere Manager beispielsweise, aber auch Grafiker und Architekten rudeln neuerdings durch die unterschiedlichen Netzwerke. Doch OpenBC bietet auch viel, viel Spaß und Stoff für tolle Geschichten.

Online-Jahre sind keine Herren-Jahre - sondern Hunde-Jahre

"Tatsächlich, das war 1998", schreibt ein vergessen geglaubter Weggefährte, mit dem gemeinsam ein großer redaktioneller Online-Auftritt entstand. Und dann vermerkt er noch das verwirrte Zeitgefühl, denn diese fünf Jahre hatten es fürwahr in sich. Ein Online-Jahr sind drei Hundejahre. Eine andere ehemalige New-Economy-Dame hat es jetzt ins gemächliche alpenländische Ausland verschlagen, wo sie sich als "Innovation Manager" verdingt. Beruf: unbekannt. Das allein wäre ja schon unterhaltsam, doch erst die süffisante Frage eines Gästebuch-Schreibers gibt der Angelegenheit die pikante Note. Welche Art von Innovation denn in ihr Ressort falle. Und das Beste: Der Neugierige betreibt die Plattform mindblowjob.com. Sehenswert übrigens.

Man kennt sich...

Und so haben alle, die seit ein paar Jahren in ihren Online-affinen Branchen unterwegs sind, großen Spaß beim Alte-Bekannte-Wiederfinden. Man kann jeden anderen als eigenen Kontakt hinzufügen, was dieser bestätigen muss, sieht Beziehungsgeflechte, macht Marketing in eigener Sache und freut sich des virtuellen Lebens. Oder amüsiert sich über den ehemaligen "Projektleiter", der im nachhinein "Leiter" war, über skurrile Fotos am Rande des Gruselkabinetts, über Kontaktesammler und jene, von denen wir schon immer wussten, dass sie Gott und die Welt kennen. Wäre Gott in OpenBC, sie hätten diesen Kontakt.

Guido Augustin
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