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Neues Gebührenmodell bei Ebay Der Online-Flohmarkt ist ab sofort teurer


Ebay bittet zur Kasse: Privatverkäufer müssen seit dieser Woche mit höheren Verkaufsprovisionen rechnen. Die Gebühr beträgt jetzt unabhängig vom Verkaufspreis neun Prozent - und verlangt damit im ungünstigsten Fall bis zu 70 Prozent mehr Geld.
Von Christoph Fröhlich

Hat Ebay den Bogen überspannt? Seit dieser Woche gilt ein neues Gebührenmodell beim Online-Auktionshaus. Bisher wurde die Verkaufsprovision nach der Höhe des Verkaufspreises gestaffelt. Jetzt verlangt Ebay durchgängig neun Prozent und begründet den Schritt mit einer "übersichtlicheren Gebührenstruktur" für die Nutzer. Die hingegen wittern Wucher und sind wütend: "Ich glaube, jetzt ist die Schmerzgrenze überschritten", meint der User Belinea im Internetforum Telefon-Treff. Viele Kunden kritisieren Ebay für die Erhöhung, von Gier und Abzocke ist in diversen Internetforen die Rede. Tatsächlich müssen die meisten Kunden seit dieser Woche draufzahlen - nur einige wenige kommen günstiger davon.

Was ändert sich für den Kunden?

Bisher gab es drei verschiedene Preisstufen, die sich nach der Höhe des erzielten Verkaufspreises richteten. Lag der Erlös unter 50 Euro, mussten Verkäufer acht Prozent der Summe an Ebay abtreten - jetzt sind es neun.

Brachte die Auktion zwischen 50,01 Euro und 500 Euro, verlangte Ebay vier Euro sowie fünf Prozent des Verkaufspreises. Bei der Höchstsumme von 500 Euro waren nach dem alten Gebührenmodell 29 Euro Verkaufsprovision fällig. Mit der neuen Gebührenordnung sind es 45 Euro - ein Plus von fast 70 Prozent.

Die gute Nachricht: Mehr als 45 Euro Verkaufsprovision können es im neuen Gebührenmodell nicht werden. Zuvor war in der dritten Preisstufe eine feste Summe von 26,50 Euro zuzüglich zwei Prozent des Verkaufserlöses fällig. Richtig lohnen wird sich das neue Gebührensystem jedoch erst ab 1425 Euro - dann liegt der jetzige Höchstsatz unter dem alten Gebührenmuster. Das dürfte jedoch nur wenige Nutzer betreffen.

Ausgenommen von der Neuregelung sind Auktionen in den Bereichen Fahrzeuge, Boote, Flugzeuge und Handyverträge. Auch die Angebotsgebühren zum Einstellen einer Auktion sowie Kosten für Zusatzoptionen wie Galeriebilder bleiben unverändert.

Wachsende Konkurrenz

Ebay sieht sein Gebührenmodell trotz Erhöhung als "wettbewerbsfähig". Mit "Ebay Kleinanzeigen" bietet die Verkaufs-Plattform zudem einen kostenlosen Dienst für Privatleute an. Auch Ebay-Konkurrenten wie "Hood", "Booklooker" oder "AuVito" könnten von der Erhöhung profitieren. Die genannten Anbieter sind wesentlich günstiger als Ebay, haben momentan aber auch weniger Nutzer und Auktionen.


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