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Neue Zweifel an Rechtmäßigkeit der Abmahnungen

Redtube-Nutzer können womöglich aufatmen. Die Kläger besitzen anscheinend selbst gar nicht die Rechte an den Sexfilmen. Geldstrafen müssen also nicht zwingend bezahlt werden.

Youporn-Macher Fabian Thylmann gilt als der King of Porn

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Anfang des Monats haben Schweizer Anwälte zwischen 30.000 und 50.000 Abmahnungen an deutsche Nutzer der Porno-Plattform "Redtube" verschickt. Die Menschen hätten durch das Streamen bestimmter Filmchen Urheberrechtsverletzungen begangen und wurden aufgefordert, 250 Euro Schadenersatz zu zahlen.

Nur eine Woche später wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die Kläger selbst eingeleitet, die offenbar zu nicht ganz legalen Mitteln gegriffen haben, um an die IP- und auch Postadressen der Nutzer zu gelangen. Nun ist eine weitere Ungereimtheit ans Licht gekommen. Denn möglicherweise hat The Archive AG, in deren Auftrag die Anwälte tätig wurden und Mahnungen geschrieben haben, selbst gar nicht die Online-Verwertungsrechte an den Sexfilmen. Dies geht aus Vertragskopien hervor, die der "Welt am Sonntag" vorliegen.

Rechtmäßige Rechtweitergabe ist zweifelhaft

Dem Bericht zufolge hat The Archive AG die Verwertungsrechte lediglich von der Berliner Firma Hausner Productions übernommen. Die wiederum habe die kompletten, weltweiten Rechte von der spanischen Serrato Consultores S. L. erhalten Doch auch diese Firma sei nicht Urheber der Filme. Die Pornos seien von einer amerikanischen Produktionsfirma gedreht worden, der Combat Zone USA.

Lars Weisbrod hat sich zusammen mit Mitschülern der Henri-Nannen-Journalistenschule intensiv mit dem Fall "Redtube" beschäftigt. Auf eine Anfrage bei der Produktionsfirma Combat Zone erhielt er folgende Antwort: "Wir haben nie exklusive Rechte an 'High Heels And Glasses 2' verkauft". Aus jenem Film wurde angemahntes Videomaterial entnommen.

Diese Aussage legt die Schlussfolgerung nahe, dass die Produktionsfirma nach wie vor alleiniger Rechteinhaber ist. Denn nur Inhaber exklusiver Rechte können Verwertungsrechte auf andere übertragen. The Archive AG könnte also auch nicht rechtmäßiger Besitzer der Verwertungsrechte sein. Auf Weisbrods weitere diesbezügliche Fragen reagierte Combat Zone mit Schweigen. Auch die spanische Serrato wollte sich nicht äußern.

Katharina Gipp

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