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Smarte Brille Ray-Bans neue Brille bringt zwei Facebook-Kameras direkt ins Gesicht

Smarte Brille: Ray-Bans neue Brille bringt zwei Facebook-Kameras direkt ins Gesicht
Sehen Sie im Video: Facebook präsentiert Videobrille – günstig ist das neue Gadget nicht.




Stolz hat Mark Zuckerberg, der Chef von Facebook, am Donnerstag ein neues Gadget vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine smarte Videobrille - genannt Ray-Ban Stories. Das Produkt ist darauf ausgerichtet Videos und Fotos aufzunehmen. Mithilfe von Mikrofonen und Lautsprechern kann man auch telefonieren und Musik hören. Die Brille ist also nicht dafür gemacht, um Videos zu gucken oder um Augmented Reality zu nutzen. Sie wurde zusammen mit dem italienischen Konzern EssilorLuxottica, zu dem auch die Marke Ray-Ban gehört, entworfen. Sie soll genutzt werden, wenn man die Hände nicht frei hat oder spontan einen Augenblick einfangen will. Google löste mit der Einführung von Google Glass im Jahr 2013 einen Sturm der Entrüstung über den Datenschutz aus. Die Öffentlichkeit war von der Videobrille wenig begeistert. Und 2015 wurde das Produkt wieder eingestellt. Um dies zu vermeiden, hat sich Facebook mit Ray-Ban zusammengetan, um sein Modell cooler aussehen zu lassen. Datenschutz und Privatsphäre wurden verbessert, indem ein LED-Lämpchen leuchtet, wenn die Brille aufnimmt. Für deutsche Interessenten sind die Ray-Ban Stories vorläufig schwer beschaffbar. Zum Start werden die neuen Brillen nur in den USA, Australien, Kanada, Irland, Großbritannien und Italien angeboten. Der Preis beträgt 299 US-Dollar - umgerechnet rund 330 Euro.
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Erinnerungen aus der eigenen Sicht sofort einfangen können – das ist das Versprechen der neuen smarten Sonnenbrillen von Ray Ban. Dass sie in Kooperation mit Facebook entstanden, dürfte viele potenzielle Käufer aber eher abschrecken. 

Wieso hatte ich gerade keine Kamera zur Hand? Diese Frage stellt sich immer wieder, wenn man aus einer Situation heraus gerne einen schönen, spannenden oder witzigen Moment festgehalten hätte. In Zeiten des Smartphones passiert das zwar seltener, doch nicht immer ist man schnell genug. Ray-Ban will nun die Lösung anbieten: Zwei Kameras, die direkt im Gesicht sitzen.

Smarte Brille: Die Ray-Ban Stories wirken wie ganz normale Sonnenbrillen
Die Ray-Ban Stories wirken wie ganz normale Sonnenbrillen
© Ray-Ban und Facebook / AFP

Und zwar in den Ray-Ban Stories genannten neuen Sonnenbrillen, die der Traditionshersteller gerade vorgestellt hat. Der Name erinnert nicht zufällig an die Stories bei Instagram und Co.: Als Partner hat man sich Facebook ins Boot geholt. Den Brillen ist das aber zunächst nicht anzusehen. Die Modelle Wayfarer, Meteor und Round entsprechen weitgehend den gleichnamigen klassischen Ray-Ban-Gestellen. Die sichtbarsten Unterschiede sind das etwas dickere Gestell, das auch den Akku enthält, ein Knopf auf der rechten Seite und natürlich die beiden nach vorne gerichteten Kamera-Öffnungen.

Kameras im Gesicht

Um eine echte smarte Brille handelt es sich indes nicht. Die Brillengläser sind normale getönte Gläser, sie zeigen den Nutzer nicht wie bei einer Augmented-Reality-Brille wie Hololens zusätzliche Daten an. Stattdessen fokussiert sich Ray-Ban darauf, die kurzen Momente im Alltag als Erinnerung aus Sicht des Trägers einzufangen. So, wie es eben auch Stories bei Instagram oder Facebook tun. Nur eben mit einem noch persönlicheren Blickwinkel.

Technisch ist das durchaus interessant umgesetzt. Die Brillen nehmen jeweils in 5 Megapixeln auf, der interne Speicher reicht entweder für knapp 40 30-Sekunden-Clips oder 500 Fotos. Starten lassen sich die Aufnahmen entweder über den Button oder per Zuruf des Signalwortes "Hey Facebook". Der Konzern betont, dass der verbaute Sprachassistent nur auf diese Phrase reagiert und auch keine Funktion neben der Aufzeichnung hat.

Warnleuchte fürs Gegenüber

Im Innern gibt eine Signalleuchte mit verschiedenen Farben Hinweise, grün bedeutet etwa voll geladen, bei rot ist der Saft leer. Wird aufgezeichnet, weist ein weißes Licht darauf hin. Genauso wird das Gegenüber mit einer weiteren Leuchte direkt neben der Kamera darüber informiert, dass gefilmt wird. Heimliche Aufnahmen sind also nicht möglich.

Einmal gespeichert, werden die Aufnahmen über eine spezielle Facebook-App auf das Smartphone übertragen. Von der aus lassen sie sich dann in weiteren Diensten hochladen. Überraschend: Nicht die hauseigenen Angebote wie Whatsapp oder Instagram werden unterstützt. Theoretisch könnte man die Brille auch ausschließlich für Privataufnahmen oder einen Konkurrenten wie Tiktok verwenden. 

Dank zweier Lautsprecher in den Bügeln lässt sich die Brille zudem als Ersatz für Kopfhörer nutzen. Geheime Telefonate oder zu laute Musik sollte man aber nicht darüber laufen lassen: Laut erster Tests sollen die Boxen für Nebenstehende gut hörbar sein. 

Facebook als Partner: Hilfe oder Hürde?

Dass die Kooperation mit Facebook nicht auf der Brille selbst mit einem Logo oder ähnlichen gezeigt wird, ist durchaus bemerkenswert. Der Social-Media-Gigant wird nur auf der Packung genannt. Vielleicht will Ray-Ban aber auch nur nicht ein anderes Label auf seinen Brillen sehen. Allerdings braucht man einen Facebook-Account, um die Brille nutzen zu können. Tatsächlich könnte das Facebook-Logo für manche Kunden abschreckend wirken. Schließlich holt man sich mit der Brille ohnehin schon eine Kamera direkt ins Gesicht. Dann noch das Logo des für seine Datensammelei bekannten Konzerns einzubauen, könnte in manchem Gegenüber ein noch unangenehmeres Gefühl auslösen. Der Konzern verspricht bisher, die Aufnahmen nicht für gezielte Werbeanzeigen auszuwerten. Ähnliches hatte man aber einst für den Messenger Whatsapp versprochen, bevor die Daten einige Jahre später doch gesammelt wurden.

Dating-Apps im Test

Die Idee für die Kamera-Brille ist nicht ganz neu. Schon 2016 hatte Konkurrent Snapchap eine Spectacles genannte eigene Version auf den Markt gebracht, bei der die Kameras sogar noch mit einem gelben Rand hervorgehoben waren. Obwohl die Kamerabrille durchaus durchdacht war – die aufgenommenen Videos waren kreisrund und ermöglichten es so, durch das Drehen des zum Ansehen benutzten Geräts auch andere Ausschnitte zu sehen –, blieb der Mainstream-Erfolg aus. Ein wichtiger Grund dürfte dabei sein, dass die Videos sich nur auf Snapchat direkt teilen lassen.

Zunächst erscheint die Facebook-Brille nicht in Deutschland – was hierzulande eher für Aufatmen als für Enttäuschung sorgen dürfte. In sechs ausgewählten Ländern kommt sie aber bereits heute in den Handel. In den USA, Kanada, Großbritannien, Irland, Italien und Australien soll sie in jedem Ray-Ban-Laden und online zu bekommen sein. Der Preis beginnt bei 299 Dollar (etwa 250 Euro) für das Basismodell, polarisierte oder geschliffene Gläser kosten extra.


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