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Reaktion auf juristische Schlappe Telekom entdrosselt "Flatrates"


Die Deutsche Telekom reagiert auf die Klagen von Verbraucherschützern und hebt alle Drosselungen bei "Flatrate"-Tarifen auf. Gleichzeitig plant der Konzern jedoch neue Tarife mit begrenztem Volumen.

Die Deutsche Telekom hat angekündigt, zukünftig auf eine Drosselung bei Internettarifen mit dem Namen "Flatrate" verzichten zu wollen. Anfang des Jahres hatten die Pläne des Konzerns, die Verbindungsgeschwindigkeit ab einem bestimmten monatlichen Datenvolumen zu reduzieren, dem Unternehmen den Spottnamen "Drosselkom" eingebracht. Verbraucherschützer hatten gegen das Vorhaben geklagt und Recht bekommen. Ende Oktober hatte das Landgericht Köln entschieden, dass eine Drosselung bei Angeboten mit der Bezeichnung "Flatrate" nicht zulässig ist.

Wer derzeit einen Vertrag mit Volumenbeschränkung abgeschlossen habe, könne das Internet zukünftig dennoch ohne Einschränkungen nutzen teilte die Telekom mit. Die entsprechenden Volumen-Klausel in den Verträgen finde keine Anwendung und werde ab dem 5. Dezember aus allen Festnetzverträgen ersatzlos gestrichen. Kunden müssten hierzu nicht aktiv werden.

Volumentarife geplant

Die Telekom hat sich dennoch nicht von gedrosselten Tarifen verabschiedet. Für die Zukunft plane der Konzern, neben unbegrenzten Pauschaltarifen für schnelles Surfen im Internet ohne Tempobremse auch Tarife mit Volumenbegrenzung bei Erreichen eines bestimmten Datenvolumens anzubieten, sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme. "Diese Volumentarife werden etwas günstiger sein." Der Konzern halte es auf der anderen Seite "für fair, wenn Vielnutzer, die mehr Leistung beanspruchen, auch mehr zahlen als der Durchschnittsnutzer."

Zu den konkreten Preisen für die künftigen Tarife wollte die Telekom keine Angaben machen. Deutschland-Chef van Damme sagte, die neuen Volumentarife würden voraussichtlich 2016 eingeführt. Erst dann werde der Konzern vermutlich technisch in der Lage sein, die Drosselung umzusetzen. "Wenn wir früher die Möglichkeit haben, Volumentarife einzuführen, werden wir das auch tun, weil ich glaube, dass das richtig ist für unsere Kunden", sagte van Damme.

db/DPA/AFP DPA

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