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Straßenbilderdienst von Microsoft: Aigner kritisiert fehlenden Vorabwiderspruch bei Streetside

Beim geplanten Straßenbilderdienst von Microsoft wird es keinen Vorabwiderspruch geben. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat die Datenschutzregeln bei Bing Maps Streetside kritisiert.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hat die Datenschutzregeln beim geplanten Straßenbilderdienst des US-Softwarekonzerns Microsoft kritisiert. "Ich finde es sehr bedauerlich und schwer nachvollziehbar, dass Microsoft deutlich hinter dem Standard zurückbleibt, den Google in Deutschland gesetzt hat", sagte Aigner der "Passauer Neuen Presse".

Microsoft will bei seinem Straßenbilderdienst Bing Maps Streetside den Bürgern nicht die Möglichkeit geben, schon vor der Veröffentlichung der Bilder Widerspruch einzulegen. "In der Praxis bedeutet das für den neuen Kartendienst Streetside: Die Bürger müssen erst ihr Haus im Internet identifizieren und es anschließend unkenntlich machen lassen", sagte Aigner. Sie verwies darauf, dass Google bei seinem Bilderdienst Streetview mit der Möglichkeit des Vorab-Widerspruchs "eine gute Regelung" getroffen habe. Sie erwarte von Microsoft, "dass der Kartendienst Streetside ähnlich bürgerfreundlich gestaltet" werde.

Aigner forderte zudem, die Bürger umfassend zu informieren. "Noch sind die Fotos für Streetside nicht aufgenommen worden. Die Verbraucher haben ein Recht darauf zu erfahren, wann und wo die Kamerafahrten stattfinden", sagte die Ministerin. Sie erwarte, "dass Microsoft sich an seine Zusagen hält, schnell Transparenz schafft und die nötigen Informationen für die Bürger leicht zugänglich veröffentlicht". Die CSU-Politikerin betonte, es gebe viele Bürger, die ihre Privatsphäre schützen und nicht auf dem digitalen Präsentierteller landen wollten. "Deren Bedenken müssen wir ernst nehmen."

Microsoft beginnt im Mai in Deutschland mit den Kamerafahrten für seinen Straßenbilder-Dienst. Als erstes will das Software-Unternehmen Straßenzüge und öffentliche Plätze in den bayerischen Städten Nürnberg, Fürth, Erlangen und Augsburg aufnehmen. Anschließend sollen die Kameraautos durch etwa 50 Städte und Regionen in ganz Deutschland fahren. Das erste deutsche Bildmaterial des Dienstes Bing Maps Streetside soll laut Microsoft voraussichtlich im Sommer in den Kartendienst der Microsoft-Suchmaschine Bing integriert werden.

san/AFP / AFP