Strategiewechsel Viren mit Lokalkolorit


Hacker wollen nicht mehr auf der ganzen Welt Rechner mit Viren infizieren - so weit die gute Nachricht. Die Schlechte: Auf der Jagd nach Bankdaten, haben die Viren-Autoren jetzt lokale Netze im Visier.

Die Autoren von Computer-Viren setzen vermehrt auf die lokale Verbreitung ihrer Viren. "Lokale Attacken nehmen in den letzten Monaten zu", sagte Eugene Kaspersky am Donnerstag auf der CeBIT in Hannover. Das russische Unternehmen Kaspersky Lab entwickelt Antiviren-Software und Sicherheitslösungen.

Es sei nicht mehr unbedingt gewollt, Rechner auf der ganzen Welt mit einem Virus zu infizieren. "Wir haben es mit Kriminellen zu tun, die Viren schreiben, um damit Geld zu machen", sagte Kaspersky. Es werde zunehmend versucht, mit Viren, Trojanern und Würmern an die Daten zum Bankkonto zu gelangen. Bei 1000 infizierten Computern, reiche schon eine Erfolgsquote von fünf Prozent.

"Die Kriminellen wollen nicht von Antivirus-Firmen entdeckt werden", sagte Kaspersky. Viele hätten deswegen gar kein Interesse an einer globalen Verbreitung ihres Programms. Einige achteten sogar darauf, ob ihr Programm bereits entdeckt wurde und verteilten unterschiedliche Virus-Varianten. "Wir müssen schnell sein wie die Feuerwehr." Zudem nehme die Vernetzung der Szene zu: Immer mehr Gruppen arbeiteten zusammen, um mit Viren illegal Geld zu verdienen.

DPA DPA

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