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Verdienste in Plagiatsaffäre GuttenPlag Wiki gewinnt Grimme-Preis


Die Internetplattform GuttenPlag machte die Plagiatsaffäre um Karl-Theodor zu Guttenberg erst möglich. Jetzt werden die größtenteils anonymen Mitarbeiter mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet.

Elf Internet-Angebote sind mit dem renommierten Grimme Online Award für publizistische Qualität im Netz ausgezeichnet worden - darunter die Internet-Plattform GuttenPlag Wiki. Sie förderte zahlreiche Plagiate in der Doktorarbeit des früheren Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) zutage und erhielt dafür den Preis in der Kategorie "Spezial".

Faire und unvoreingenommene Arbeitsweise

Die freiwilligen Mitarbeiter des "GuttenPlag Wiki" erhielten die Auszeichnung für die Idee, Initiative und Autorenschaft. Die Jury lobte den Angaben zufolge die "faire und unvoreingenommene Arbeitsweise der Administratoren des Wikis". Das Projekt mache deutlich, dass Textvergleiche gut kollaborativ organisiert werden könnten und welche Möglichkeiten das Netz für gemeinsames Arbeiten biete.

Guttenberg war Anfang März von allen Ämtern zurückgetreten. In den Wochen zuvor war bekanntgeworden, dass seine Doktorarbeit zahlreiche Passagen enthält, die von anderen Autoren übernommen, aber nicht als Zitate gekennzeichnet worden waren. Die Universität Bayreuth befand nach einer Untersuchung, dass Guttenberg vorsätzlich getäuscht habe. Guttenberg selbst hatte den Vorwurf der bewussten Täuschung stets zurückgewiesen.

Im Internet punkten auch Einzelpersonen

"Die diesjährigen Preise belegen, welche Bandbreite es im Internet gibt", sagte Uwe Kammann, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, bei der Verleihung am Mittwochabend in Köln. Dies gelte auch für die Gestalter und Anbieter der Online-Angebote. Es müssten nicht unbedingt starke Häuser sein. Auch Einzelpersonen böten hervorragende publizistische Inhalte und Formate.

Mit rund 2100 Einreichungen für den Award wurde in diesem Jahr ein neuer Rekord erzielt. Nominiert waren 26 Web-Angebote. Seit 2001 zeichnet das Grimme-Institut mit dem Grimme Online Award hochwertige Websites aus. Maximal acht Preise werden in vier Kategorien vergeben.

swd/DPA/Reuters DPA Reuters

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